Würzburg: Lange Haftstrafen für Juwelier-Räuber

Würzburg - Nach ihrem brutalen Überfall auf ein Würzburger Juweliergeschäft sind zwei Täter zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Sie hatten einen Angestellten mit einem Elektroschocker gequält.

Das Verfahren gegen den dritten Angeklagten wurde abgetrennt, weil zunächst ein Gutachten über dessen Geisteszustand eingeholt werden muss. Das Trio hatte gestanden, im vergangenen Sommer eine Auszubildende der Goldschmiede mit einem Elektroschocker gequält, niedergeschlagen und gefesselt zu haben. Die Männer wurden damals keine Stunde später auf der Autobahn A3 mit Schmuck im Wert von 150 000 Euro festgenommen.

Nun verurteilte das Landgericht Würzburg den Haupttäter zu sieben, den Fahrer des Autos zu dreieinhalb Jahren Haft. “Das Vorgehen gegenüber Ihrem Opfer sollte Sie mit Scham erfüllen. Es war niederträchtig“, betonte der Richter in seiner Urteilsbegründung. Die Staatsanwaltschaft hatte 9 Jahre und 9 Monate für den 50 Jahre alten Haupttäter sowie 5 Jahre und 9 Monate für den Fahrer des Wagens gefordert. Die Verteidigung plädierte hingegen auf fünf Jahre Gefängnis und eine Bewährungsstrafe.

“Ich hasse diese beiden Typen, die mich so behandelt haben“, sagte die Auszubildende, die nach dem Überfall schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden war und bis heute an den Folgen des Übergriffs leidet. Der aus Rumänien stammende Fahrer des Fluchtwagens hatte sich im Prozess bei der jungen Frau entschuldigt und ihr als Schmerzensgeld sein Auto angeboten, das noch etwa 7000 Euro wert sein soll.

dpa

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