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Zeugen schildern schreckliche Eindrücke nach Würzburg-Angriff

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Von: Katarina Amtmann

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Kellner stehen in einem Lokal
Helmuth Andrew (l) und Olaf Velker, Kellner in einer Weinstube neben dem Tatort am Würzburger Barbarossaplatz. © Carolin Gißibl/dpa/dpa-Bildfunk

Drei Frauen starben in Würzburg bei einem Messerangriff. Zeugen schildern nun ihre Eindrücke. Ein Kellner berichtet, dass auf einmal Menschen ins Lokal gestürmt kamen.

Würzburg - Drei Frauen starben am Freitag in Würzburg, als sie von einem 24-Jährigen mit einem Messer angegriffen wurden. Weitere Personen wurden verletzt. Dass es nicht noch mehr Opfer gab, ist wohl mutigen Passanten zu verdanken, die sich dem Angreifer in den Weg stellten. Einer von ihnen ist Chia Rabiei*, ein 42-jähriger Kurde aus dem Iran, der seit 17 Monaten in Deutschland ist. Auch Kellner der umliegenden Gaststätten haben die Attacke miterlebt - und nun dramatische Szenen zu verkraften.

Messerattacke in Würzburg - Kellner berichtet von Schreien: „Der sticht sie draußen alle tot!“

„Plötzlich kamen Menschen reingestürmt“, erzählt Helmuth Andrew, Kellner in einer Weinstube neben dem Tatort am Würzburger Barbarossaplatz, der Deutschen Presse-Agentur. Zunächst dachte der 50-Jährige an einen Junggesellenabschied. „Mir kam es so vor, als ob Teenager einen über den Durst getrunken hätten, und jetzt machen sie Halligalli.“ Doch dann habe er Schreie gehört - und einen Mann mit dem Ruf: „Der sticht sie draußen alle tot!“

Der Deutschen Presse-Agentur erzählt der Kellner, dass er sich einen Stuhl geschnappt habe und gemeinsam mit anderen Menschen versucht habe, den Angreifer einzukesseln. Videos dieser Szenen kursierten nach dem Angriff im Internet. „Das war ein ganz beeindruckendes Engagement“, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dazu am Samstag. Der Angreifer, barfuß und mit einem Messer bewaffnet, habe „einen starren Blick gehabt“, mit weit aufgerissenen Augen, erzählte Andrew. „So hat er die ganze Zeit die Leute angeguckt, ohne eine Mimik.“

Video: Entsetzen in Würzburg nach dem tödlichen Messerangriff

„Blutüberlaufen“: Kellner berichtet nach Angriff in Würzburg von schrecklichen Bildern

Sein Kollege Olaf Velker erlebte das Geschehen nach eigenen Worten in einer nahen Bank mit, wo er eine verletzte Frau vorgefunden habe. Diese sei „vom Scheitel bis zur Sohle vollkommen blutüberlaufen“ gewesen. „Es sah sehr, sehr schlimm aus.“ Laut Polizei starben bei der Attacke am Freitag drei Frauen im Alter von 24, 49 und 82 Jahren. Unter den Opfern ist die Mutter einer Elfjährigen, die lebensgefährlich verletzt worden war. Zudem wurden ein Jugendlicher und drei Frauen lebensgefährlich sowie ein Mann und eine Frau leicht verletzt.

Die Kellner hatten nach der Tat ihre Schicht fortgesetzt und auch am nächsten Tag bis in die Nacht gearbeitet. „Wir hatten trotzdem Gäste gehabt und hatten zu tun“, sagte Andrew. „Mir sind dann auch mal die Tränen gekommen - wenn ich drüber nachdenke, dass da drei Menschen gestorben sind.“ (kam/dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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