Grablichter, Kerzen und Blumen liegen vor einem Kaufhaus
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Nach der Gewalttat von Würzburg äußerte sich Innenminister Joachim Herrmann.

Innenausschuss zur Gewalttat

Nach Gewalttat von Würzburg: Motiv noch immer unklar - Bericht von Innenminister Herrmann im Landtag

  • Katarina Amtmann
    VonKatarina Amtmann
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Drei Frauen starben bei einem Messerangriff in Würzburg, die Ermittlungen laufen. Am Mittwoch spricht Innenminister Herrmann im Landtag.

Update vom 7. Juli, 12.13 Uhr: Im Innenausschuss des Landtags berichtet Innenminister Joachim Herrmann gerade über den Messerangriiff von Würzburg, bei dem drei Frauen ihr Leben verloren hatten. Es sei ein „schreckliches, nicht zu begreifendes Attentat.“ Er beginne seinen Bericht bewusst mit den Opfern. Sie sind die, „die unsere Aufmerksamkeit verdienen.“ Zum Ablauf sagte der CSU-Politiker, dass der Verdächtige kurz nach 17 Uhr in einem Kaufhaus mit einem Küchenmesser (33 cm Länge) auf „insgesamt neun wehrlose Personen“ eingestochen habe. Der erste Notruf ging dem Bericht zufolge um 17.04 Uhr ein, die erste Streife war um 17.07 Uhr vor Ort.

Das Motiv stehe noch nicht fest, Zeugen hätten aber zweimal den Ausruf „Allahu akbar“ gehört. Es gebe aber auch Hinweise auf eine psychische Beeinträchtigung, berichtet Herrmann. Zwei gefundene Handys werden noch ausgewertet. Wenngleich die Motivation des Täter noch nichts „ausermittelt ist“ und auch mehrere Motive nicht ausgeschlossen werden können: Die Tat mache fassungslos, so Herrmann. Hätte man etwas anders machen oder die Tat sogar verhindern können? Zunächst müsse alles auf dem Tisch liegen und „ausermittelt werden“, sonst sei es mit zu viel Spekulation verbunden.

Würzburg-Attentat: Herrmann berichtet zu neuesten Erkenntnissen

Zum Täter berichtet er: „Er hat subsidiären Schutz erhalten.“ Im Mai 2015 sei er nach Italien eingereist, kam schließlich nach Deutschland und stellte in Chemnitz einen Asylantrag. Der Asylantrag im engeren Sinne wurde abgelehnt, aber er bekam aber subsidiären Schutz bewilligt. Im September 2019 kam er nach Würzburg

Von den mutigen Menschen, die sich dem Täter in den Weg gestellt haben, haben einige Migrationshintergrund. „Es ist schlimm, dass jemand der als Flüchtling in unser Land gekommen ist, so eine Tat verübt hat.“ Man müsse aber auch darauf hinweisen, dass Menschen, die sich dem Täter in den Weg gestellt haben, ebenfalls teilweise Migrationshintergrund haben.

Nach Gewalttat von Würzburg: Bericht von Innenminister Herrmann im Landtag

Erstmeldung vom 7. Juli, 10.28 Uhr: Würzburg - Am 25. Juni starben in Würzburg drei Frauen bei einem Messerangriff. Ein 24-jähriger Somalier hatte noch weitere Personen teils lebensgefährlich verletzt. Mutige Bürger stellten sich dem Angreifer in den Weg und verhinderten so möglicherweise noch mehr Opfer.

Messerangriff in Würzburg: Verdächtiger noch nicht ausführlich vernommen

Bisher ist der Angreifer noch nicht ausführlich von den Ermittlern vernommen worden. „Wir sind immer noch bemüht, mit ihm zu sprechen“, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) am Dienstag in München. Die bisherigen Versuche seien nicht erfolgreich gewesen. Die Gründe dafür wollte der Sprecher nicht sagen. Ziel sei eine offizielle Vernehmung möglichst mit einem Richter, die auch vor Gericht verwertet werden könne. Aus Sicht des Pflichtverteidigers ist sein Mandant allerdings aktuell nicht vernehmungsfähig. Eine umfassende Kommunikation sei mit dem Somalier noch nicht möglich, er sei weiter psychisch auffällig, sagte der Rechtsanwalt in Würzburg.*

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft München ist ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben worden, um zu klären, ob der Mann bei der Tat schuldunfähig war und in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden muss. Der Pflichtverteidiger sagte, derzeit liefen dazu Untersuchungen, sein Mandant werde begutachtet. Die Ermittler sind nach eigenen Angaben bisher mehr als 180 Hinweisen nachgegangen. Zudem zählten sie bereits mehr als 100 Befragungen und Vernehmungen.

Video: Messer-Attacke in Würzburg: Ermittlungen dauern an

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Herrmann berichtet vor dem Innenausschuss des Landtags zur Gewalttat in Würzburg

Am Mittwoch (7. Juli) berichtet Innenminister Joachim Herrmann (CSU*) vor dem Innenausschuss des bayrischen Landtags zur Gewalttat in Würzburg. Diesen können Sie um 12 Uhr hier im Live-Stream (Video oben) verfolgen. (kam/dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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