Einsatzgruppe Lupus

Würzburg verbietet uniformierte Bürgerwehr

Würzburg - Seit einiger Zeit sorgte eine selbst ernannte Bürgerwehr in Würzburg für Wirbel - nun hat die Stadt der Gruppe verboten, in Uniformen und mit Pfefferspraypistolen zu patrouillieren.

Die sogenannte Einsatzgruppe Lupus war seit mehreren Wochen in Würzburg unterwegs und wies Bürger zurecht, die nach ihrem Verständnis gegen das Gesetz verstießen. Dabei sollen die 20 Männer und Frauen Medienberichten zufolge teilweise mit Pfefferspray und Handschellen vorgegangen sein. Wie die Stadt mitteilte, ermittelt die Polizei inzwischen. Nach Presseberichten geht es dabei um den Verdacht der Körperverletzung, Nötigung und Amtsanmaßung. Die Polizei wollte sich dazu am Freitag nicht äußern.

Auf ihrer Facebook-Seite hatte die Gruppe geschrieben, ihr Vorgehen richte sich vor allem gegen „einzelne Betrunkene, die aggressiv werden“. „Lupus“-Mitglieder sähen sich als „Streitschlichter“, die mit Gewaltsituationen umgehen könnten und notfalls die Polizei alarmierten. „Wir versuchen, eine Lösung zwischen Täter und Opfer zu vermitteln, und wenn das nicht funktioniert, muss derjenige warten, bis die Polizei vor Ort ist. Das hat mit Selbstjustiz nichts zu tun.“

Die Stadtverwaltung erklärte dagegen, diese Bürger hätten „keine ausreichenden fachlichen Kompetenzen beispielsweise im Bereich der Kommunikation und Deeskalation.“ Waffen und andere gefährliche Gegenstände gefährdeten die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Alexander Hoffmann, Leiter des Fachbereichs Allgemeine Bürgerdienste, sagte: „Ein Blick in die Kriminalstatistik zeigt, die Polizei und die Stadt haben die Situation in Würzburg im Griff. Es braucht keine "Verstärkung". Das zielgerichtete Aufsuchen von konfliktträchtigen Situationen und Örtlichkeiten ist Aufgabe der Polizei.“

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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