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Die Familie des KZ-Schergen John Demjanjuk hat Strafanzeige wegen Totschlags erstattet.

Wurde KZ-Scherge Demjanjuk vergiftet?

Rosenheim -Wurde John Demjanjuk mit Novalgin vergiftet? Das glauben die Hinterbliebenen des KZ-Schergen und stellten deshalb in Rosenheim Strafanzeige.

Mit diesem Schreiben hat die Anklagebehörde in Rosenheim nicht gerechnet. Witwe und Sohn des im März in Bad Feilnbach gestorbenen KZ-Schergen John Demjanjuk (91) haben bei der Staatsanwaltschaft Rosenheim Strafanzeige wegen Totschlags erstattet. Im Heim soll laut der Anzeige, die der Nachrichtenagentur AFP vorliegt, dem Greis regelmäßig das Schmerzmittel Novalgin verabreicht worden sein. Das habe zu seinem Tod geführt.

Oberstaatsanwalt Jürgen Branz bestätigte den Eingang der Anzeige, die von einem deutschen Anwalt formuliert worden war. „Wegen angeblicher Falschbehandlung.“

Die Leiche war obduziert worden, ohne dass es Hinweise auf einen unnatürlichen Tod oder die Einwirkung eines Dritten gegeben hatte, die zum Tod geführt haben. „Es wurde auch ein toxikologisches Gutachten erstellt“, so Branz zur tz. Er erklärt: „Das Gutachten werden wir uns noch einmal anschauen.“

Die Hinterbliebenen denken, dass durch die regelmäßige Verabreichung des Mittels „eine medizinische Hinrichtung auf Raten“ erfolgt sei. Das Mittel hätte wegen Demjanjuks Alter und eines Knochenmarkleidens nicht eingesetzt werden dürfen. Die Staatsanwaltschaft erklärte, „dass der Sache nachgegangen wird.“

KZ-Wärter Demjanjuk war wegen Beihilfe zum Mord an 27 900 Juden zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Danach blieb er aber in Freiheit und lebte bis zu seinem Tod im März in dem Bad Feilnbacher Pflegeheim.

MC

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