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Die Domspatzen arbeiten Fälle sexuellen Missbrauchs auf.

Opfer erhalten Entschädigung

Zahl der Gewaltopfer bei Regensburger Domspatzen steigt weiter an

Regensburg - Bei den weltbekannten Regensburger Domspatzen hat sich die Zahl der bekannt gewordenen Fälle von körperlicher Gewalt und sexuellem Missbrauch noch einmal deutlich erhöht.

Seit der ersten Zwischenbilanz vom Januar kamen 129 neue Opfermeldungen hinzu, wie das zur Aufklärung der Fälle eingesetzte Aufarbeitungsgremium am Mittwoch in Regensburg mitteilte. Damit gibt es nun für den Zeitraum von 1945 bis in die 90er Jahre insgesamt 422 Opfermeldungen.

Nachdem in dem Erzbistum jahrelang nur wenige Fortschritte bei der Aufarbeitung des Skandals gemacht wurden, konnte jetzt mit Bischof Rudolf Voderholzer ein gemeinsames Konzept zwischen Opfern und Kirche erarbeitet werden. Das Viersäulenkonzept sieht unter anderem Entschädigungszahlungen zwischen 5000 und 20.000 Euro pro Opfer vor, eine unabhängige Anlaufstelle mit therapeutischer Hilfeleistung sowie eine historische und eine soziologische Studie.

Die Übergriffe bei den Domspatzen fanden in zwei Vorschulen und einem Internat statt. In einem großen Teil des betroffenen Zeitraums wurden sie von Georg Ratzinger, dem Bruder des emeritierten Papsts Benedikt XVI. geleitet. Ratzinger erklärte in einer früheren Stellungnahme, Prügel seien damals in allen Erziehungsbereichen, auch in Familien, üblich gewesen. Von sexuellen Übergriffen habe er dagegen nichts gehört. Von den 422 Fällen sollen 65 Fälle sexuelle Gewalt beinhalten.

afp

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