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Der Ausländeranteil in Prozent aufgeschlüsselt für unsere Region.

Zahlen des Statistischen Bundesamts

Der Ausländer-Atlas für unsere Region

In Bayern leben fast drei Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Der Zuwachs verlangsamt sich im Vergleich zu den Vorjahren.

München - Die Zahl der in Deutschland lebenden Ausländer hat einen neuen Höchststand erreicht. Ende 2017 waren rund 10,6 Millionen Menschen mit ausschließlich ausländischer Staatsangehörigkeit erfasst, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Damit sei die Zahl der registrierten Personen um rund 585.000 beziehungsweise um 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Allerdings verlangsamte sich der Zuwachs im Vergleich zu den Vorjahren. 2017 stammten rund 5,92 Millionen der Ausländer aus Staaten außerhalb der EU. Das waren rund 163.000 oder 2,8 Prozent mehr als im Jahr 2016. Damit war der Anstieg deutlich geringer als noch 2016, als er 665.000 betragen hatte. So kamen aus Syrien im Jahr 2017 rund 61.000 Zuwanderer (2016: 260.000), aus dem Irak 17.000 Menschen (2016: 91.000) und aus Afghanistan 5000 (2016: 119.000).

Von den knapp 13 Millionen Menschen in Bayern hat fast ein Viertel ausländische Wurzeln. Der Anteil liegt hier bei rund 23 Prozent. Deutschlandweit liegt der Wert mit 22,5 Prozent etwas darunter. In Bayern leben 2,96 Millionen Menschen mit ausländischen Wurzeln. Die tz zeigt an fünf Beispielen, wie Integration gelingt:

Aus Italien: „Ich kam der Liebe wegen“

Der Liebe wegen fand Gondola de Hackl ihre neue Heimat in Dorfen im Kreis Erding. „1984 zog ich erst von Argentinien nach Wien, um dort Querflöte zu studieren“, erzählt die gebürtige Südamerikanerin. Dort lernte sie ihren Mann Peter kennen, einen Gitarristen. Mit ihm zog die damalige Musikstudentin nach Deutschland in den Landkreis Erding. Heute unterrichtet Gondola de Hackl an der Kreismusikschule. „Inzwischen ist Bayern meine Heimat geworden“, sagt Gondola, die einen italienischen Pass hat. 

In Fürstenfeldbruck geboren: „Habe zwei Mentalitäten“

Geboren und aufgewachsen ist Assad Nouhoum (24) in Fürstenfeldbruck. Seine Mama und sein Papa stammen aus Togo. „Wir sind oft in der Heimat meiner Eltern“, erzählt er. Derzeit studiert der junge Mann Ingenieurswesen in München. In seiner Freizeit ist er Fußballer und Schiedsrichter. „Deutschland ist für mich genauso Heimat wie Togo. Ich habe beide Mentalitäten in mir“, sagt Assad Nouhoum stolz. An seiner deutschen Seite schätzt er die Pünktlichkeit sowie die Zuverlässigkeit, an seiner togolesischen Seite die Lockerheit. 

Aus dem Iran: „Helfe bei der Integration“

Iradj Teymurian (72) gilt als Asylhelfer der ersten Stunde im Landkreis Starnberg. Der Iraner lebt seit 55 Jahren in Deutschland. Sein eigener Migrationshintergrund kommt ihm bei der Arbeit mit den Geflüchteten zugute. Es sei mit Teymurians Verdienst, dass Berg wenig Probleme mit Asylsuchenden hat, sagte Rathauschef Rupert Monn, als er den studierten Elektroingenieur mit der Bürgermedaille in Silber auszeichnete. Iradj Teymurian fühlt sich inzwischen als Deutscher: „Ich habe sogar eine Lactose-Intoleranz“, sagt er und schmunzelt. Sein Rat an Asylsuchende: „Ihr müsst hier anders leben als zu Hause!“ 

Aus der Türkei: „Bayern ist mir zur Heimat geworden“

Das Pamukkale Kebaphaus in Wolfratshausen hat einen ausgezeichneten Ruf. „Mindestens bis aus München kommen meine Kunden“, freut sich Ramazan Ünsal (54). Das Geheimnis: „Qualität. Wir backen unsere Brote selbst. Das Allerwichtigste aber ist: viel Liebe. Wir sind ein Familienbetrieb.“ Im Jahr 1987 ist Ünsal von der Türkei nach Deutschland gekommen. Erst nach Offenbach am Main, dann zu Verwandten nach Wolfratshausen. Seit 2001 führt der zweifache Familienvater den Imbiss mit zehn Angestellten. Kein Wunder, dass er sagt: „Bayern ist meine Heimat.“ 

Aus Griechenland: Wir leben unseren Traum

Aus einem kleinen Dorf im Norden Griechenlands stammen die Schwestern Rita (links) und Maria (mit Sohn Jannis). Vor 45 Jahren sind die damals kleinen Mädchen mit den Eltern nach Deutschland und dann in die bayerische Landeshauptstadt gekommen. „München ist die schönste Stadt“, schwärmen sie. Jetzt führen die Powerfrauen seit fünf Jahren die Taverne Likavitos am Hans-Mielich-Platz in München-Untergiesing. Zuvor haben die Schwestern sich als Verkäuferinnen und in der Gastronomie ihren Lebensunterhalt verdient. Ihre Taverne ist ihr ganzer Stolz, für den sie jeden Tag hart arbeiten. 

tz

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