Zahlreiche Interessenten für GBW-Wohnungen

München - Die 32 000 Wohnungen der GBW stoßen auf reges Interesse. Bis zum Freitag konnten sich mögliche Käufer melden: Es sollen mehr als zwei Dutzend sein. Nun geht der umstrittene Verkauf in die heiße Phase.

Für Bayerns größte Wohnungsgesellschaft GBW haben sich bis zum Wochenende zahlreiche Kaufinteressenten gemeldet. „Eine große Zahl namhafter Interessenten aus dem In- und Ausland hat Interesse am Erwerb der GBW AG angemeldet“, sagte ein Sprecher der BayernLB am Samstag. Qualifizierten Interessenten seien anschließend weitere Information zur Verfügung gestellt worden, die diese nun prüfen. Am Freitag war die Frist für mögliche Käufer ausgelaufen, ihr Interesse anzumelden. Bis Mitte Dezember müssen nun Gebote für die rund 32 000 Wohnungen auf den Tisch.

Mit der Interessenbekundung akzeptieren die Bieter auch eine Sozialcharta zur Absicherung der Mieter. Mietervereine halten die jedoch nicht für ausreichend und befürchten bei einem Verkauf der GBW an ein Privatunternehmen massive Mietpreiserhöhungen. Die Opposition im Landtag forderte unlängst den Stopp des Verkaufs bis zur Landtagswahl 2013. Die Staatsregierung lehnt dies mit Verweis auf Vorgaben der EU strikt ab.

EU fordert den Verkauf

Die BayernLB muss die GBW auf Anordnung der EU verkaufen, um damit einen Teil der Milliardenhilfen für ihre Rettung an den Freistaat Bayern zurückzuzahlen. Den Wert der Wohnungen taxiert die GBW auf rund 2,4 Milliarden Euro. Verrechnet mit den Verbindlichkeiten des Unternehmens sieht die GBW den Immobilienwert bei 984 Millionen Euro. Der gesamte Wert der Unternehmens und damit die Preisspanne für die Bieter dürfte am Ende zwischen beiden Werten liegen.

Da so große Immobilienpakete selten zum Verkauf stehen und Immobilien derzeit besonders begehrt sind, soll es mehr als zwei Dutzend Interessenten geben. Dies dürfte auch den Preis in die Höhe treiben.

Die Landesbank schweigt über Namen und Zahl der Bieter. Auch die Interessenten haben sich verpflichtet, sich im laufenden Verfahren nicht zu äußern. Bekannt war bereits, dass sich das kommunale Konsortium „Wohnen in Bayern“, dem auch die Städte München und Nürnberg angehören, an dem Bieterstreit beteiligt. Auch das Immobilienunternehmen Patrizia hatte bereits sein Interesse betont. Die österreichische Immofinanz soll auch dabei sein.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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