Zahnärzte: Patienten müssen bluten

München - Ein Finanzstreit zwischen der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayern (KZVB) und der AOK schlägt jetzt auch auf die Patienten durch. Sie sollen Leistungen selbst zahlen.

Die KZVB hat sogenannte Puffertage ausgerufen, die bis Jahresende gelten. In dieser Zeit könnten die Zahnärzte bei zahlreichen Behandlungen nicht sicher sein, ob sie für ihre Arbeit die volle Vergütung erhalten, erklärte der Verband. Deshalb könne es sein, dass die Zahnärzte ihre Behandlung auf das unbedingt Notwendige beschränken, kündigte der KZVB-Vorstandsvorsitzende Janusz Rat an. So sei es denkbar, dass Patienten Betäubungsspritzen aus der eigenen Tasche bezahlen müssten.

Das gleiche gelte beispielsweise für nicht zwingend erforderliche Behandlungen wie den Austausch verfärbter Füllungen. Keinen Streit ums Honorar gibt es hingegen bei der Versorgung mit Zahnersatz oder Früherkennungsuntersuchungen für Kinder. Die Zahnärzte werfen der AOK vor, sie habe nicht genug Geld bereitgestellt. In den Vorjahren habe die AOK stets Millionensummen nachgeschossen, dieses Jahr habe sie dies aber verweigert, kritisierte der KZVB-Chef Rat.

Die AOK weist diesen Vorwurf zurück. Der zuständige AOK-Direktor Peter Krase betonte, seine Kasse habe ihre gesetzlichen Verpflichtungen voll erfüllt. Zusätzliche Zahlungen an die Zahnärzte müssten von den Beitragszahlern aufgebracht werden, erklärte Krase. Die Kasse hat jetzt ein Schiedsverfahren beantragt, in dem unter Beteiligung eines unparteiischen Außenstehenden eine Lösung gefunden werden soll. Die AOK warnte gleichzeitig die Patienten davor, Privatrechnungen zu akzeptieren.

Die Kassen dürften sie nicht erstatten - mit der Folge, “dass die Patienten auf den Kosten sitzen bleiben“, sagte Krase. Neben der AOK betreffen die Puffertage auch die vergleichsweise kleinen IKK Wohnortkassen und die Knappschaft. Nicht von den Finanzstreitigkeiten betroffen sind hingegen die Versicherten von Betriebskrankenkassen und Ersatzkassen, wie Techniker Krankenkasse, Barmer oder DAK.

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