Zahngold aus Krematorium gestohlen - Diebe wollen Freispruch

Nürnberg - Sechs wegen Diebstahls von Leichen-Zahngold verurteilte frühere Friedhofsarbeiter wollen in einem Berufungsverfahren in Nürnberg ihren Freispruch erreichen.

Bei der Verhandlung, die am Montag vor dem örtlichen Landgericht begann, geht es um die Frage, ob die Entnahme von Zahngold in einem Nürnberger Krematorium juristisch als Diebstahl zu werten ist. "Dass es ein moralisches Fehlverhalten war, ist klar", sagte der Vorsitzende Richter Dieter Seyb. Offen ist aber, ob eine Verurteilung wegen schweren Bandendiebstahls und Störung der Totenruhe möglich ist, wie es Staatsanwalt Markus Ebner zum Auftakt der Verhandlung forderte.

Die Männer im Alter von 30 bis 55 Jahren sollen über Jahre hinweg das Zahngold einem Restmüllbehälter entnommen und damit Verkaufserlöse von mehr als 130 000 Euro erzielt haben. In dem Behälter waren Metallteile wie künstliche Hüftgelenke gesammelt worden, die bei der Verbrennung von Leichen übrig geblieben waren. Die Tat war vor einem Jahr in erster Instanz vom Nürnberger Amtsgericht als versuchter Diebstahl bewertet worden. Das Gericht berücksichtigte dabei, dass die Männer davon ausgegangen waren, eine Straftat zu begehen. Tatsächlich hatte das Zahngold im Müllbehälter niemandem mehr gehört. Die Männer erhielten Bewährungsstrafen.

dpa

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