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Der aus Syrien stammende Kawa Suliman (r) bereitet am 17.12.2015 in Zapfendorf (Bayern) syrisches Brot zu. Der 30-jährige syrische Anwalt Suliman bewirtete vor einigen Monaten zusammen mit anderen Asylbewerbern zwei Ausflügler, die nicht wussten, dass der ehemalige Gasthof mittlerweile als Asylunterkunft dient.

Paar lässt sich von Flüchtlingen bewirten

Ausflügler verwechseln Flüchtlingsheim mit Gasthof

Zapfendorf - Der Flüchtling Kawa Suliman (30) aus Syrien hat im oberfränkischen Zapfendorf (Landkreis Bamberg) spontan zwei Ausflügler bewirtet - weil diese ein Heim für Asylbewerber für ein Gasthaus gehalten hatten.

Vor einigen Monaten war das Paar in die Unterkunft gekommen. Sie waren der Meinung, der ehemalige Gasthof sei noch in Betrieb - tatsächlich leben hier längst Asylbewerber. „Ich sagte: Kommen Sie herein, machen Sie es sich bequem, fühlen Sie sich wie zu Hause“, schilderte Suliman die Szene, über die zuerst die Zeitung „Fränkischer Tag“ berichtet hatte.

Das Paar aus Karlsruhe war demnach zum Kanufahren in die Region gekommen und hatte nach einem Ausflug am Nachmittag ein Lokal gesucht. Sie hielten die Flüchtlingsunterkunft für eine Wirtschaft, wie die 68 Jahre alte Frau der Zeitung sagte: „Der junge Mann, der nach unseren Wünschen fragte, war so nett - so nette junge Gastronomen muss man doch unterstützen.“

Die Asylbewerber um Kawa Suliman tischten den Gästen spontan Brot, Marmelade, Eier, Käse und Tee auf: „Wir stellten den Tisch voller Essen.“ Erst als der Mann nach der Rechnung fragte, stellte sich heraus, dass das hungrige Paar in einer Flüchtlingsunterkunft gelandet war. Sie sei zu Tränen gerührt gewesen angesichts der Gastfreundschaft der Migranten, erzählte die Frau der Zeitung.

Auch Kawa Suliman erinnerte sich daran: „Die Frau hat geweint.“ Dabei sei es für ihn und seine Mitbewohner selbstverständlich gewesen, den beiden hungrigen Menschen zu helfen. Einige Tage später kam eine Postkarte mit Dankesworten im Asylbewerberheim an. Die Flüchtlinge wollen sich jetzt revanchieren - und zu Weihnachten eine Karte nach Karlsruhe schicken.

dpa

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