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Eichämtern fehlt das Personal: Deswegen sind Zapfsäulen in Bayern ungenau.

Zapfsäulen in Bayern sind ungenau

München - Wer in Bayern tankt, bekommt nicht unbedingt die Menge Benzin, die die Zapfsäule anzeigt. Etliche Geräte an den Tankstellen sind nach wie vor nicht geeicht, weil den Eichämtern das Personal fehlt.

Der Unmut über hohe Benzinpreise in Bayern wächst - und er kann mehrere Gründe haben. Mancherorts kostete der Liter Superbenzin schon mehr als 1,50 Euro. Doch selbst bei dem Preis können Verbraucher nicht immer sicher sein, ob sie auch das bekommen, was sie bezahlt haben. Denn etliche Tankstellen in Bayern haben Zapfsäulen, die nicht geeicht sind. Die tatsächlich getankte Menge kann so von der angezeigten abweichen. Knapp 20 Prozent der Zapfsäulen seien betroffen, sagt Thomas Weberpals, Leiter des bayerischen Landesamtes für Maß und Gewicht. “Die Eichämter müssen endlich ihrer Aufgabe nachkommen“, fordert deshalb Tatjana Halm von der Verbraucherzentrale Bayern.

Doch eine Lösung scheint weit entfernt, obwohl das Thema seit langem bekannt ist. Dass die Zapfsäulen noch immer nicht geeicht seien, liege am mangelnden Personal, sagt Weberpals. Immer wieder würden Einstellungsstopps verhängt, obwohl sich das Personal verringere, etwa weil Mitarbeiter in Rente gingen. Heute verfügten die 13 bayerischen Eichämter über 100 Beschäftigte weniger als vor 15 Jahren. Nur noch 250 Menschen seien heute bayernweit bei Eichämtern und Verwaltung beschäftigt. Sie seien schlicht überfordert.

“Wir müssen im Moment alles machen, prüfen, eichen und überwachen - das geht nicht“, sagt Weberpals. Nur mit wesentlich mehr Personal könnten die Eichämter diese Aufgaben stemmen. Weberpals spricht von 40 bis 50 Prüfern zusätzlich. Doch Uwe Trautmann, Sprecher des Tankstellengewerbes Bayern, ist sich sicher: “Da wird sich nichts ändern.“

Es sei denn, es ändert sich grundlegend etwas. Weberpals und Trautmann haben auch schon eine Idee, was das sein könnte. Das Zauberwort heißt Privatisierung. Dann würden private Institutionen die Messgeräte eichen. Die Eichämter selbst wären nur noch dafür zuständig, die Geräte zu kontrollieren. “Wegen der Personalmängel haben wir einfach keine andere Wahl, als zu privatisieren“, sagt Weberpals. Da die Eichämter jedoch bundesweit gleich funktionieren, müsste die Reform aus Berlin kommen. Und das sei nicht absehbar.

Nach dem Gesetz müssen die Messgeräte in Zapfsäulen alle zwei Jahre neu geeicht werden. Werde diese Frist um einige Monate überschritten, sei das Gerät aber auch nicht plötzlich völlig verstellt. “So schnell geht das gar nicht, das ist doch an den Haaren herbeigezogen“, kritisiert Weberpals. Trautmann vom Tankstellengewerbe Bayern geht davon aus, dass bei Ungenauigkeiten nicht immer der Kunde draufzahle. “Meist gehen sie sogar zu Gunsten des Kunden.“ Doch egal in welche Richtung, jeder Fehler müsse vermieden werden, betont Verbraucherschützerin Halm. “Wir müssen immer vermuten, dass der Fehler zu Ungunsten des Verbrauchers geht.“

Von K. Antonia Schäfer

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