Zehn Iraner sind wieder im Hungerstreik

Würzburg - Die Behörden sind ihnen nicht schnell genug: Weil asylsuchende Iraner noch immer keine Post vom Bundesamt für Flüchtlinge bekommen haben, trinken sie seit Montag nur noch Wasser. Hungerstreik Runde zwei.

Die seit sechs Wochen in der Würzburger Innenstadt protestierenden Asylbewerber sind erneut in Hungerstreik getreten. Die zehn Iraner kritisierten, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg ihre Asylanträge bislang noch nicht abschließend bearbeitet habe, teilten die Flüchtlinge am Montag mit. Dem Bundesamt zufolge waren bis Montag acht Anträge eingegangen. Über fünf davon werde das Amt entscheiden, drei seien beim Verwaltungsgericht anhängig. Zum Stand wollte der Sprecher nichts sagen - die Asylbewerber sollten den Ausgang ihres Verfahrens vom Bundesamt und nicht über die Medien erfahren.

Die Männer campieren seit dem 19. März in der Würzburger Innenstadt. Schon zu Beginn des Protests hatten sie zwei Wochen lang keine feste Nahrung zu sich genommen, den Hungerstreik dann aber ausgesetzt. Mit der Dauerkundgebung wollen sie erreichen, als politisch Verfolgte anerkannt zu werden. Zudem kritisieren sie die bestehenden Asylgesetze und bezeichnen die Bedingungen für Asylsuchende als “menschenverachtend“.

Die Anträge der zehn Männer sollten nach einem Gespräch mit dem Bundesamt anhand neuer Fakten erneut geprüft werden. Ein Mann ist seitdem bereits als politischer Flüchtling anerkannt worden. Aus Sicht der Flüchtlinge ist die versprochene Frist von zwei bis drei Wochen für die Prüfung der Anträge nun abgelaufen. Ein Sprecher des Bundesamtes wies dagegen darauf hin, dass die Frist nicht mit dem Runden Tisch im Würzburger Rathaus begonnen habe, sondern mit dem Eingang der Schreiben in Nürnberg.

Die Stadt Würzburg hat die Protestveranstaltung noch bis zum 14. Mai genehmigt. Möglicherweise müssten jedoch die Auflagen verändert werden, damit die medizinische Versorgung der Männer gewährleistet bleibe, sagte ein Stadtsprecher.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Privatfirmen dürfen nicht Altpapier sammeln
Das Sammeln von Altpapier bleibt ein Privileg der Landkreise. Das Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat nach mehrjährigem Rechtsstreit die Klage eines privaten …
Privatfirmen dürfen nicht Altpapier sammeln
Wohin mit all dem Laub?
Hört man das Dröhnen der Laubbläser, ist klar: Der Herbst und sein Blätterwahnsinn sind wieder da. Doch wo landet eigentlich all das Zeug? Und wieso sollte man den …
Wohin mit all dem Laub?
Immer mehr Straftaten in Bayern
Im vergangenen Jahr ist die Zahl der verurteilten Straftäter wieder gestiegen - 4,5 Prozent mehr als im Jahr 2015.
Immer mehr Straftaten in Bayern
Psychiatrisches Gutachten über Reichsbürger steht fest
Der 50-jährige Reichsbürger soll im Oktober 2016 auf SEK-Beamte geschossen haben. Der zuständige Psychiater hat jetzt ein Gutachten zu dessen Schuldfähigkeit vorgestellt.
Psychiatrisches Gutachten über Reichsbürger steht fest

Kommentare