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Der Faschingsumzug in Würzburg ist der größte in Süddeutschland. 

Von Franken bis zum Allgäu

Hundertausende Narren feiern Fasching in Bayern

Fliegende Bonbons, Pauken und Fanfaren und viele, viele Einhörner: Bunt verkleidete Narren sind am Wochenende durch Bayerns Innenstädte gezogen. US-Präsident Trump bekam in Würzburg sein Fett weg.

Würzburg/Nürnberg - Bunte Hühner, gruselige Hexen, eine männliche Prinzessin mit Plastik-Einhorn und Mexikaner gegen Trump: Phantasievoll verkleidet, bester Laune und zum Teil bei schönstem Wetter haben am Sonntag Zehntausende Narren in Bayern Fasching gefeiert. Allein in Würzburg und Nürnberg sahen sich nach Polizeiangaben jeweils etwa 100.000 Menschen die Umzüge in den Innenstädten an. Unfälle oder sonstige Zwischenfälle habe es nicht gegeben. Auch in anderen Städten waren Umzüge geplant - etwa im schwäbischen Marktoberdorf oder in Aschaffenburg.

Beim größten Faschingszug Süddeutschlands in Würzburg bekam auch der neue US-Präsident sein Fett weg: Eine Figur von Donald Trump saß hinten auf einem Motivwagen mit den Aufschriften „Trump-freie Zone“ und „Finger in Po“. Als Mexikaner verkleidete Teilnehmer liefen hinterher und standen vorne auf dem Wagen. Der Zug mit etwa 2800 Mitwirkenden stand diesmal unter dem Motto „Immer 1. Liga“. Sitzungspräsident Dieter Blendel jubelte: „Es war gigantisch. So viele Leute habe ich noch nie bei einem Zug gesehen - viele voll kostümiert, guter Laune und alle am lachen.“

Die Nürnberger Karnevalisten zeigten sich eher unpolitisch. Laut Elvira Reuther vom Förderverein Nürnberger Fastnachtszug waren in diesem Jahr vor allem Einhörner und Ganzkörper-Tierkostüme beliebt. „Ganz viele waren auch aufwendig geschminkt. Die Stimmung war wahnsinnig und an der ganzen Strecke standen die Leute dicht an dicht.“ 1500 Teilnehmer und 23 Motivwagen beteiligten sich am Zug. Diese seien aber nicht mit den Umzügen in Köln vergleichbar. Die Teilnehmer trügen eher die traditionellen Ornate und Gardeuniformen. Vor allem die Kinder freuten sich über die Süßigkeiten, die von den Wagen in die Menge geworfen wurden.

Chinesenfasching in Dietfurt.

Der Fasching in der Frankenmetropole war in diesem Jahr von einer Drogenaffäre überschattet worden: Der zunächst inthronisierte Prinz wurde wegen mutmaßlichen Kokainschmuggels verhaftet. Der Festausschuss hatte daraufhin ein neues Prinzenpaar ausrufen müssen.

Eine „Party in der ganzen Stadt“ mit mehr als 40.000 Zuschauern gab es nach Angaben von Claudia Bestler beim Gaudiwurm in Marktoberdorf im Ostallgäu. Die Präsidentin des Fasnachtsumzuges sagte: „Wir hatten eine supertolle Stimmung und einen sehr abwechslungsreichen Zug mit 1600 Teilnehmern - da hat sich eigentlich nichts wiederholt.“ Das Wetter sei zum Zuschauen perfekt gewesen: „Leicht bedeckt und angenehme zehn Grad“, sagte Bestler.

Die Polizei hatte sich in diesem Jahr besonders auf mögliche Anschläge vorbereitet. In Nürnberg wurde der Platz, an dem sich die Gruppen für den Umzug sammelten, erstmals komplett abgeriegelt. Große Fahrzeuge versperrten die Zufahrtswege. Eine Sprecherin der Würzburger Polizei sprach zuvor nur abstrakt von „einsatztaktischen Maßnahmen - sichtbar und nicht sichtbar“.

dpa

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