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Der evangelische Landesbischof Johannes Friedrich.

Zeitung: Friedrich wusste früh von Missbrauchsfällen

Nürnberg - Im Zusammenhang mit den Missbrauchsvorwürfen gegen den früheren Leiter eines Nürnberger Diakonie-Jugendheims gerät auch der evangelische Landesbischof Johannes Friedrich unter Druck.

Friedrich sei in seiner damaligen Funktion als Nürnberger Dekan frühzeitig von einem Missbrauchsopfer auf die Vorgänge im Martin- Luther-Haus hingewiesen worden, berichten die “Nürnberger Nachrichten“ (Samstag).

Das Blatt beruft sich auf die Schilderung einer heute 41 Jahre alten Frau, die als junges Mädchen in dem Heim gelebt hatte. Friedrich erklärte am Freitagabend der Nachrichtenagentur dpa, er könne sich beim besten Willen nicht daran erinnern.

Therapie des Heimleiters gefürchtet

Nach dem Bericht der Zeitung war vor allem die “Streichel- Therapie“ des früheren Leiters und Gründers des Martin-Luther-Hauses bei den im Heim lebenden Mädchen gefürchtet. Diese seien einzeln in das Büro des Heimleiters gerufen worden. “Dort sollten wir uns ausziehen. Er fuhr uns mir den Hand über den Po und zwischen die Beine“, zitieren die “Nürnberger Nachrichten“ die Frau. Eines der Opfer behaupte, es habe dem damaligen Dekan Friedrich von der “Streichel-Therapie“ erzählt.

Der Landesbischof betonte, “auch nach langem Nachdenken fällt mir nichts dazu ein, dass damals jemand zu mir gekommen ist“. Zwar liege der Fall schon lange zurück; daher kämen ihm erst nach und nach wieder die Erinnerungen. Aber er könne sich fast nicht vorstellen, dass er nichts dagegen unternommen habe, sagte er der dpa. Zugleich bot er der Frau ein Gespräch an. “Ich bin zu allen Gesprächen bereit. Wir wollen hier für Transparenz sorgen“, fügte Friedrich hinzu.

lby

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