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Die Erstaufnahmeeinrichtung in Deggendorf ist völlig überfüllt. Nun werden Zelte errichtet.

Deggendorf

Zelte für Flüchtlinge in Erstaufnahmeeinrichtung

Deggendorf - Die Deggendorfer Erstaufnahmeeinrichtung platzt aus allen Nähten. Jetzt sind gar Zelte für Flüchtlinge, die in der Nacht ankommen, aufgebaut worden. Der Flüchtlingsrat hält dies für eine Inszenierung.

Aufgrund des enormen Ansturms von Flüchtlingen sind in der Deggendorfer Erstaufnahmeeinrichtung mehrere Zelte als Notunterkünfte aufgestellt worden. Diese böten Platz für 40 Menschen, sagte eine Sprecherin der Regierung Niederbayern am Mittwoch in Landshut. In den Zelten würden Flüchtlinge lediglich für eine Nacht untergebracht und anschließend in andere Einrichtungen verteilt. Die Erstaufnahmeeinrichtung in Deggendorf ist ursprünglich für 501 Menschen konzipiert worden.

An den ersten beiden Tagen dieser Woche waren nach Angaben des Landratsamtes Deggendorf 580 Menschen in die Erstaufnahmeeinrichtung gekommen. „Die Erstaufnahmeeinrichtung ist mehr als voll“, sagte Landrat Christian Bernreiter (CSU). Am Freitag werde zudem noch das Eisstadion als Notfallunterkunft bereitgestellt. Dort sollen 200 Betten aufgestellt werden. Bernreiter forderte vor der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag in Berlin, dass Flüchtlinge gerechter innerhalb Europas verteilt werden. Zudem sollen die EU-Außengrenzen besser kontrolliert werden, damit Wirtschaftsflüchtlinge schneller zurückgeschickt werden könnten.

Der Bayerische Flüchtlingsrat hält das Aufstellen der Zelte in Deggendorf dagegen für eine Inszenierung. Bisher sei die Erstaufnahmeeinrichtung bei deutlich höheren Zugangszahlen ohne Zelte ausgekommen, sagte Alexander Tahl vom Flüchtlingsrat. „Die Regierung von Niederbayern inszeniert nun passgenau den Notstand in der Deggendorfer Erstaufnahmeeinrichtung, um bebildern zu können, wie sehr Bayern angeblich von den Balkan-Flüchtlingen überfordert wird.“ Bayern scheine „ohne Wenn und Aber seine repressive Politik gegen Balkan-Flüchtlinge durchsetzen zu wollen“.

Bernreiter wehrte sich gegen die Vorwürfe. „Von einer Inszenierung zu sprechen, ist nicht nur unverschämt, das ist böswillig!“ Die Regierung Niederbayern betonte, dass der dramatische Anstieg in den vergangenen Tagen mit Zugangszahlen von bis zu 340 Menschen am Tag die aktuellen Schritte notwendig gemacht hätten. Die Zelte und manche der Notunterbringungseinrichtungen seien sicherlich keine ideale Unterbringung, aber in Anbetracht der Zugangssituation angemessen und menschenwürdig.

dpa

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