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Zensus in Bayern startet: Tausende Helfer im Einsatz - Behörden warnen vor Betrügern

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Von: Dominik Göttler

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Zensus 2022
„Zensus 2022“ steht auf einem Tablet im Bayerischen Landesamt für Statistik, mit dem Erhebungsbeauftragte die Befragungen durchführen. © Daniel Karmann/dpa

Ab dem 16. Mai klingelt es an der Tür: Die Befragungen für den Zensus in Bayern beginnen. Das Statistikamt warnt vor betrügerischen Trittbrettfahrern.

München – Wie viele Einwohner hat Bayern eigentlich genau? Wie leben die Menschen hier? Welchen Schulabschluss haben sie? Welchen Beruf? All diese Fragen sollen im Rahmen des Zensus geklärt werden, der turnusgemäß alle zehn Jahre stattfindet und heuer mit einem Jahr Corona-bedingter Verspätung nachgeholt wird . Ab Montag, dem 16. Mai, werden dazu in Bayern die ersten, zufällig ausgewählten Personen befragt.

Zensus 2022 in Bayern: 550.000 Anschriften werden stichprobenartig ausgewählt

550 000 Anschriften werden laut dem Bayerischen Landesamt für Statistik stichprobenartig ausgewählt. Innerhalb der kommenden zwei Wochen sollen die betroffenen Bürger per Post informiert werden. Rund 20 000 sogenannte Erhebungsbeauftragte sind vom 16. Mai an bis etwa Mitte August im Einsatz, um die Befragungen durchzuführen. Die freiwilligen Helfer werden vorher geschult und können sich steuerfrei etwas dazuverdienen.

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Noch suchen einige Kommunen Helfer. Bis Mittwoch (4. Mai) fehlten bayernweit noch rund 1700 Erhebungsbeauftragte für die Kommunen sowie etwa 300 Helfer, die voraussichtlich im Juni bei einer Wiederholungsbefragung im Landesamt für Statistik eingesetzt werden. Auf der Internetseite des Landesamts gibt es eine Übersichtskarte, wo noch Stellen frei sind.

Zensus: Betrüger versuchen an Kontodaten oder Pin-Nummern zu kommen

Die Erfahrungen aus dem letzten Zensus im Jahr 2011 haben allerdings gezeigt, dass sich auch Trickbetrüger die Volksbefragung zunutze machten. So gab es damals etwa Versuche, Bürger am Telefon oder sogar an der Haustüre auszufragen. Die Betrüger versprachen einen kleinen Geldbetrag für die Teilnahme und versuchten, an Pin-Nummern oder Kontodaten der Bürger zu kommen. Solche Fälle wurden beispielsweise im Landkreis Erding bekannt. In Konstanz tauchte zudem ein falscher Fragebogen auf, auf dem auch Fragen zur politischen Gesinnung, den finanziellen Verhältnissen oder der Gesundheit aufgeführt waren.

Zensus 2022 in Bayern: Trittbrettfahrer geben sich als Erhebungsbeauftragte aus

Deshalb warnt das Statistikamt auch vor dem diesjährigen Zensus wieder vor Trittbrettfahrern, die sich als Erhebungsbeauftragte ausgeben. Wichtig zu wissen: Die offiziellen Interviewer kommen nie unangekündigt, betont Franziska Strauch vom Statistikamt. Jeder zur Befragung Ausgewählte bekommt vorab ein Schreiben mit der Terminankündigung und einer Telefonnummer des Erhebungsbeauftragten.

Beim Termin selbst legen die Interviewer auch einen offiziellen Ausweis vor. Die Interviewer dürfen zudem nicht nach Einkommen, Religion, Bankinformationen, Ausweisdokumenten, Passwörtern, Unterschriften oder beispielsweise dem Impfstatus fragen. Bei Zweifeln sollte man das Gespräch abbrechen und die Polizei oder das Landesamt für Statistik informieren, sagt Franziska Strauch.

Bei der Befragung geht es etwa um Alter, Familienstand und Haushaltsgröße. Sie dauert in der Regel fünf bis zehn Minuten. Ungefähr der Hälfte der Personen werden zudem Fragen aus einem erweiterten Fragebogen gestellt. Dabei geht es etwa um Schulabschluss oder Beruf.

Diese Befragung dauert noch mal zehn bis 15 Minuten. Man kann diese Fragen entweder direkt dem Interviewer beantworten, einen Papier-Fragebogen ausfüllen oder später online antworten. Im Rahmen des Zensus werden außerdem – unabhängig von der Bürgerbefragung – Auskünfte aller Eigentümerinnen und Eigentümer von Wohnungen oder Gebäuden mit Wohnraum eingeholt. Die Teilnahme am Zensus ist laut Gesetz verpflichtend. GREGOR BAUERNFEIND UND DOMINIK GÖTTLER

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