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Die Angeklagte

Prozess um zersägte Leiche verschoben

Augsburg - Im Augsburger Mordprozess um die zersägte Leiche eines Polizeihundeführers ist das Urteil am Freitag überraschend verschoben worden.

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Die Verteidigung hatte am Nachmittag noch einen Hilfsbeweisantrag auf Anhörung eines Sachverständigen von der Rechtsmedizin gestellt. Ein Gutachter hatte die angeklagte Ehefrau des Opfers zuvor als voll schuldfähig eingestuft. Wie der Psychiater vor dem Landgericht sagte, stellt sich die Tat der 34- Jährigen aufgrund der Vorgeschichte aber als Affekttat dar. “Sie hat sich als Wrack gefühlt, entwertet, benutzt und gequält. Am Tag der Tat war wohl der Punkt des Zuviel erreicht.“

Auf der Anklagebank sitzt eine zweifache Mutter, die ihren 46- jährigen Ehemann im Januar im gemeinsamen Haus in Langerringen (Landkreis Augsburg) erschlagen haben soll. Anschließend soll sie die Beine des Toten zum leichteren Transport abgesägt und die Leichenteile in einem Feld versteckt haben.

Die Angeklagte hatte zum Prozessbeginn gestanden, ihren Mann getötet zu haben. Ihre beiden Kinder, die zur Tatzeit eineinhalb und vier Jahre alt waren, sollen davon nichts mitbekommen haben. Die Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass das Opfer beim Angriff der Frau schlief, und wertete die Tat als Mord. Die Beschuldigte gab dagegen an, ihren Mann nach einem Streit in den Morgenstunden mit einer Rohrhülse erschlagen zu haben. Die Zeit vor der Tat, in der es neben finanziellen Schwierigkeiten auch immer wieder Gewalt, Alkohol und Sex gegen ihren Willen gegeben haben soll, hatte sie als wahres Märtyrium beschrieben. Dennoch beteuerte sie am Freitag vor Gericht: “Wenn ich die Tat rückgängig machen könnte, würde ich es tun.“

Eine Psychologin und ein Psychiater beschrieben die Angeklagte als eine Frau mit mangelndem Selbstbewusstsein, die sich stets anpasst und unterordnet. Eine traumatische Erfahrung, die sie als 24-Jährige machen musste, habe die Beschuldigte bis heute nicht überwunden. Damals hatte sich ihr Freund, von dem sie sich wegen gewalttätigen Übergriffen in der Beziehung hatte trennen wollen, das Leben genommen. “Sie sieht sich selbst als jemanden, der immer auf der Opferseite stand. Sie hatte das Gefühl, alles falsch zu machen“, sagte die Psychologin. Als es in ihrer Ehe erneut zu Gewalt und Unterdrückung kam, habe sie irgendwann die Beherrschung verloren.

Der Prozess soll am 10. Dezember fortgesetzt werden.

dpa

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