Razzia in Augsburg: Terrorverdacht gegen drei Männer

Razzia in Augsburg: Terrorverdacht gegen drei Männer
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Verkannte Kunst: Der Bauhof hat in Landsberg Fliesen entfernt, die eigentlich für einen berühmten Straßenkünstler stehen.

Stadt rudert zurück

Zerstörte Kunst: Mosaik-Rest darf bleiben

Landsberg - Das zerstörte Kunstwerk in Landsberg hat für viel Protest gesorgt, die Stadt ruderte daraufhin zurück: Der Oberbürgermeister habe "angewiesen, keine weiteren Mosaikfließen entfernen zu lassen". Viel übrig ist allerdings nicht mehr.

Wer die Anordnung gab, die Fliesen sukzessive zu entfernen, will OB Mathias Neuner (CSU) auch auf Nachfrage des Kreisboten nicht sagen. In der jüngsten Stadtratssitzung hatte er die Verantwortung noch auf sich genommen, jetzt wird das Thema in einer Pressemitteilung vom Mittwoch umschifft. Unklar ist, wie groß der Schaden ist beziehungsweise wie viele Fliesen eigentlich entfernt wurden – genau weiß man das scheinbar auch bei der Stadt nicht. An „möglicherweise vier bis fünf Stellen“ sei man zu Werke gegangen, so die offizielle Verlautbarung.

Da muss sich allerdings jemand verzählt haben. Selbst bei oberflächlicher Nachschau fällt auf, dass wesentlich mehr Bilder fehlen. Unter anderem am Hellmair-Platz, in der Brudergasse, im Mühlbach, am Peter-Dörfler-Weg, der Sandauer Straße, der Neuen Bergstraße, am Holzmarkt und Infanterieplatz leuchten nur noch quadratische helle Flächen, wo drei Jahre lang die Fliesen hingen. Am Flößerplatz wurde ein entferntes Mosaik offenbar durch ein neues ersetzt, das möglicherweise zeigt, was der Künstler von der städtischen „Säube­rungsaktion“ hält.

Von seiten der Bürger hatte es keine Beschwerden über die schwarz-weißen Fliesen gegeben. Warum man ausgerechnet jetzt also damit begann, die Straßenkunst zu entfernen, bleibt auch nach der Stellungnahme der Stadt rätselhaft. Immerhin hingen die ersten Mo­saiken schon vor drei Jahren in der Altstadt. „Da diese Fliesenbilder nicht sofort aufgefallen sind, wurde nicht umgehend reagiert“, heißt es zwar in der Pressemitteilung. Allerdings hatte der KREISBOTE schon im Jahr 2011 im Stadtbauamt genau nach diesen Fliesen gefragt – und da waren sie bereits bekannt: „Wir haben sie gesehen, wissen aber nicht, wo sie herkommen“, hieß es damals.

Verkannte Fliesenkunst in Landsberg

Verkannte Fliesenkunst

Jetzt sind nicht mehr viele Exemplare übrig. Die „Rettungsanweisung“ des Oberbürgermeisters betrifft nur noch die Fliesen, die möglicherweise übersehen wurden, ohnehin nicht an öffentlichen Gebäuden angebracht oder schwer erreichbar sind. Wer sich den Rest ansehen will, hat die Möglichkeit dazu unter anderem noch in der Ausfahrt der Tiefgarage in der Lechstraße, an der Weishauptmühle (von der Brücke am Bäckertor aus), am Fußweg zum Schlossberg und am Anwesen Herkomerstraße 82 (neben Ohrwerk).

Christoph Kruse

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