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Die Witwe des getöteten Landwirts.

"Zerstückelter" Bauer: Staatsanwalt fordert Haftstrafen

Landshut - Trotz aller Zweifel sollen die Ehefrau und ein Bekannter des im Jahr 2001 verschwundenen Neuburger Bauern erneut zu Haftstrafen verurteilt werden. Das verlangt jedenfalls die Staatsanwaltschaft.

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Rund neuneinhalb Jahre nach dem Tod eines Bauern aus dem oberbayerischen Neuburg hat die Staatsanwaltschaft am Donnerstag erneut langjährige Haftstrafen für die Ehefrau und einen Bekannten gefordert. In dem Wiederaufnahmeprozess vor dem Landgericht Landshut sagte der Staatsanwalt, der von den Verteidigern vermutete Suizid des 52-Jährigen sei ausgeschlossen. Die Rechtsanwälte der drei Angeklagten warfen den Ermittlern hingegen erneut schlampige Arbeit vor und verlangten Freisprüche für ihre Mandanten. Zudem müssten die Beschuldigten für die bereits abgesessene jahrelange Haft finanziell entschädigt werden. Das Urteil wird am Freitag verkündet.

Die Ehefrau, die beiden Töchter und ein Freund waren bereits im Mai 2005 in Ingolstadt verurteilt worden, weil sie den Bauern zerstückelt und an die Hofhunde verfüttert haben sollen. Grundlage waren widerrufene Geständnisse der Angeklagten. Da die unversehrte Leiche im Jahr 2009 im Auto des Landwirts in der Donau entdeckt wurde, wurde klar, dass die einstigen Geständnisse tatsächlich in weiten Teilen falsch waren. Daher musste der Fall neu verhandelt werden. Die Anwälte glauben, dass die Polizei mit unzulässigem Druck die Geständnisse quasi erpresst hat.

Staatsanwalt Ralph Reiter sagte hingegen, dass die 55 Jahre alte Witwe und der 27 Jahre alte Freund einer ihrer Töchter des gemeinsamen Totschlags schuldig seien. Er forderte für beide jeweils siebeneinhalbjährige Haftstrafen - je ein Jahr weniger als beim Ersturteil. Er ging davon aus, dass die Ehefrau ihren Mann, als dieser im Oktober 2001 wieder einmal nachts betrunken aus dem Wirtshaus kam, die Treppe hinuntergestoßen habe. Anschließend sei der Mann mit Knüppelschlägen auf den Hals getötet worden.

Reiter verlangte allerdings auch, dass die 26-jährige Tochter des Bauern freigesprochen wird. Eine Mittäterschaft komme bei ihr nicht infrage. Das Strafverfahren gegen die zweite Tochter wurde während des laufenden Prozesses wegen der Schwangerschaft der jungen Frau ausgesetzt. Die beiden Töchter waren einst wegen Beihilfe zum Totschlag verurteilt worden. Reiter erklärte, auch das Verfahren gegen die 24-Jährige Tochter könne dann eingestellt werden.

Die Verteidiger der Angeklagten ließen hingegen kein gutes Haar an den früheren Ermittlungen der Ingolstädter Kripo, dem ersten Prozess und auch an Reiters Plädoyer nach dem rund vier Monate langen neuen Prozess. Sie sprachen von einer “dilettantischen Spurensicherung“, einem aufgebauten “Horrorszenario“ und verglichen die erste Verhandlung mit einem “Hexenprozess“.

Anwalt Bernd Scharinger warf dem Staatsanwalt vor, dass es immer noch keinen belegten Tatablauf gebe. “Wir haben nichts, nur Spekulationen.“ Ähnlich äußerte sich sein Kollege Klaus Wittmann: “Sie schildern das, wie wenn es ein Kindergeburtstag wäre“, sagte er über die Tatdarstellung im Plädoyer des Anklägers. Verteidigerin Regina Rick wandte sich schließlich an das Gericht: “Ich bitte sie, das Vertrauen in die Justiz wiederherzustellen.“

dpa

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