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Blaueisgletscher: Kalifornier in Bergnot

Ramsau – In einer aufwändigen, stundenlangen nächtlichen Rettungsaktion haben Einsatzkräfte der Bergwacht Ramsau und die Besatzung des Polizeihubschraubers „Edelweiß 7“ zwei 25-jährige Kalifornier vom Blaueisgletscher am Hochkalter aus Bergnot gerettet.

13 Bergretter und drei Hubschrauberbesatzungen waren unter widrigen Bedingungen im Einsatz.

Amerikaner vom Hochkalter gerettet

Die beiden Amerikaner hatten auf der Blaueishütte übernachtet und waren am Samstag trotz des schlechten Wetters über die Ostverschneidung zum Hochkalter aufgebrochen. Im Aufstieg wurde einer der beiden Männer von einer Lockerschneelawine verschüttet; er blieb aber unverletzt und konnte sich selbst wieder befreien. Als sie gegen 17 Uhr in rund 2.500 Metern Höhe bei Nebel die Orientierung verloren und im tiefen Schnee trotz guter Ausrüstung nicht mehr weiter auf- oder absteigen konnten, setzten sie per Handy bei der Leitstelle Traunstein einen Notruf ab, die daraufhin die Bergwacht Ramsau alarmierte.

Die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ versuchte zunächst, Bergwacht-Einsatzkräfte so nah wie möglich an die Einsatzstelle heranzufliegen, scheiterte aber, da die Nebelgrenze oberhalb der Blaueishütte lag. Der Einsatzleiter schickte daraufhin eine Mannschaft per Geländefahrzeug los und forderte einen Polizeihubschrauber an, der bei besseren Wetterverhältnissen weitere Retter auf den Berg bringen sollte. Im Anflug stellten die Piloten fest, dass alle umliegenden Gipfel allmählich nebelfrei wurden und nur am Hochkalter eine dichte Wolke festhing.

Aufgrund der unzureichenden Sichtflugverhältnisse mussten die Einsatzkräfte unter widrigen Bedingungen zu Fuß aufsteigen, wobei sie teilweise bis zum Bauch im Schnee steckten und mit zahlreichen Bohrhaken Sicherungen bauten, um im schwierigen Gelände nicht selbst in Gefahr zu geraten. Gegen 22.15 Uhr kamen sie bei den beiden sichtbar erleichterten Amerikanern an, die erschöpft und unterkühlt, aber sonst unverletzt waren. Der noch immer dichte Nebel machte einen direkten Rettungsflug zur Einsatzstelle weiterhin unmöglich, obwohl mittlerweile zwei nachtflugtaugliche Polizeihubschrauber vor Ort waren: „Edelweiß 7“ mit einer Rettungswinde und „Edelweiß 1“ mit einem Suchscheinwerfer. Die Rettungsmannschaft musste mit den beiden 25-Jährigen zunächst zu Fuß absteigen, wobei sich im Bereich der Blaueisscharte eine Wolkenlücke öffnete: In mehreren Anflügen konnte die Besatzung von „Edelweiß 7“ Retter und Gerettete per Winde aufnehmen und sicher ins Tal fliegen. „Die Flugverhältnisse waren bei diesem schwierigen Einsatz sicher grenzwertig, aber die Zusammenarbeit zwischen Bergwacht und Polizei klappte hervorragend“, lobte Bereitschaftsleiter Rudi Fendt.

Rubriklistenbild: © Aktivnews

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