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Zu wenige Kinderärzte: Zahlen statt Kindeswohl?

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Es gibt zu wenig Kinderärzte. Der Bedarf passt schon lange nicht mehr zu den Planungen, denn die Ärzte haben immer mehr Aufgaben. Es ist Zeit, das Problem anzugehen, kommentiert Merkur-Redakteurin Andrea Eppner.

„Wir können leider keine neuen Patienten mehr aufnehmen!“ Diesen Satz hören Eltern immer öfter, wenn sie einen neuen Kinderarzt suchen, etwa nach einem Umzug oder einer Geburt. Und das sogar in Regionen, die eigentlich als „gut“ oder sogar „überversorgt“ gelten.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendmediziner schlägt daher zurecht Alarm: Schon lange fordern die Ärzte Änderungen bei der „Bedarfsplanung“. Diese regelt, wie viele Mediziner sich in einer Region niederlassen dürfen. Das ist gut gemeint, aber leider nicht gut genug: Der tatsächliche Bedarf hält sich nämlich schon lange nicht mehr an diese Planung – zumal diese den Ärzten zufolge auf Zahlen von Vorgestern basiere und viele neue Aufgaben dazugekommen seien. Sie sollen impfen, beraten und behandeln. Sie sollen Entwicklungsstörungen erkennen und einfühlsam auf die Bedürfnisse ihrer kleinen Patienten eingehen. Und das alles in immer kürzerer Zeit. Das kann nicht gutgehen.

Höchste Zeit also, dieses Problem endlich anzupacken und die Planung entsprechend anzupassen! Es ist unzumutbar, wenn Eltern mit einem fiebernden Kind im Auto sehr weit fahren müssen – und das nur deshalb, weil der Plan für ihre Region keine neue Praxis vorsieht.

Rubriklistenbild: © Haag

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