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Zugunglück in Memmingen: Große Trauer am Unfallort

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Große Trauer in Memmingen: Am Freitag sind zwei Mädchen von einem Zug erfasst und getötet worden. © dpa

Memmingen/Kempten - Auch drei Tage nach dem Zugunfall in Memmingen mit zwei Toten ist die Ursache unklar. Die Polizei wertet die Handys der getöteten Mädchen aus. Die Trauer am Unfallort ist groß.

Bei dem tragischen Zugunfall in Memmingen mit zwei getöteten Mädchen ist offenbar nur eines der Opfer mit dem Zug in Berührung gekommen. Wie die Polizei in Kempten am Montag mitteilte, wurde ein Mädchen von einer Trittfläche erfasst, die seitlich am Triebwagen befestigt war. Das zweite Mädchen wurde ersten Ermittlungen zufolge durch den Aufprall mitgeschleudert. Aufschluss über die genaue Art der Verletzungen, die die 13 und 16 Jahre alten Schülerinnen bei dem Unfall am Freitag davongetragen haben, soll eine Obduktion der Leichen geben. Diese war für Montagnachmittag vorgesehen. Die Polizei hatte ursprünglich das Alter der beiden Getöteten mit 14 und 16 Jahren angegeben. Dies wurde inzwischen korrigiert.

Zugunglück in Memmingen: Große Trauer am Unfallort

Die beiden Mädchen aus Memmingen waren am Freitag an den Bahngleisen der Strecke Lindau-Memmingen mit einem befreundeten 15-Jährigen verabredet. Da sie nicht erschienen, machte dieser sich auf die Suche nach den Mädchen und fand deren Leichen an den Gleisen. Der Jugendliche, der die Polizei alarmierte, erlitt einen Schock.

Die genaue Ursache für das Unglück ist noch immer unklar. Die Ermittler schließen ein Fremdverschulden oder Selbstmord aus. Es werde weiterhin geprüft, ob eine Mutprobe die beiden Schülerinnen auf die Gleise getrieben hat. Nach Polizeiangaben gibt es den Hinweis eines Zeugen, wonach Jugendliche in der Vergangenheit an der Unglücksstelle im Bereich des Gleisbettes Bildaufnahmen gemacht haben sollen. Genaueres soll die Auswertung der bei den Mädchen gefundenen Handys ergeben.

Die Unglücksstelle liegt unter einer Autobahnbrücke, an der das Bahngleis die A7 kreuzt. Freunde und Angehörige haben dort Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet. “Wieso ihr? Wieso jetzt?“ steht auf einem Zettel, der vor einem Betonpfeiler mit bunten Graffitis liegt. Inmitten des Blumenmeers stehen auch Fotos. Sie zeigen ein blondes Mädchen, das auf Bahngleisen steht, und ein dunkelhaariges Mädchen, das vor den Gleisen kniet.

dpa

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