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Mit einem Großaufgebot an Einsatzfahrzeugen fuhr die Feuerwehr in die Innenstadt von Bad Aibling.

Sie waren auch beim Zugunglück im Einsatz

Eklat in Bad Aibling: Feuerwehr protestiert geschlossen im Stadtrat

Bad Aibling - Außergewöhnliche Bilder aus dem Bad Aiblinger Stadtrat: Nach dem Streit, der kurz nach dem Zugunglück einen Höhepunkt erreicht hatte, protestierte die Feuerwehr mit einem Großaufgebot.

Der drohende Streik der Feuerwehr Bad Aibling wegen mangelnder Anerkennung und eines Kompetenzgerangels ist abgewendet. Feuerwehrkommandant Wolfram Höfler und seine Helfer akzeptieren eine Resolution, die der Stadtrat am Donnerstagabend verabschiedete. Darin wird die „großartige ehrenamtliche Arbeit“ der Feuerwehr gewürdigt. „Die große physische und psychische Belastung der Einsatzkräfte verdient großes Lob und hohen Respekt“, heißt es weiter. Ein erster Entwurf von Bürgermeister Felix Schwaller (CSU) war zuvor von Höfler abgelehnt und daraufhin nachgebessert worden.

Die Feuerwehr Bad Aibling bezieht am Marienplatz Stellung. Vorab der Stadtratssitzung soll eine Resolution verlesen werden...

Posted by Radio Charivari Rosenheim on Donnerstag, 25. Februar 2016

Das Zerwürfnis zwischen Rathausspitze und Freiwilliger Feuerwehr war durch einen anonym verfassten Leserbrief im Internetportal „rosenheim24.de“ nur wenige Tage nach dem Zugunglück mit elf Toten vom 9. Februar ausgelöst worden. Darin wird Mitgliedern des Stadtrates vorgeworfen, es fehle an der nötigen Unterstützung der Feuerwehr. Höfler wurde daraufhin aufgefordert, sich zu entschuldigen.

Feuerwehr-Großaufgebot im Bad Aiblinger Stadtrat

Bilder: Feuerwehr-Großaufgebot im Bad Aiblinger Stadtrat

Dies lehnte der Kommandant jedoch mit dem Hinweis ab, er könne sich nicht für etwas entschuldigen, das er gar nicht geschrieben habe. Inhaltlich stimme er dem Leserbriefautor aber zu. Im Gegenzug drohte Höfler, die Feuerwehr werde geschlossen den Dienst niederlegen, sollte sich der Stadtrat nicht hinter die ehrenamtlichen Helfer stellen.

Der Feuerwehrkommandant von Bad Aibling (Bayern), Wolfram Höfler.

In der ohne Aussprache nun vom Ratsgremium verabschiedeten Resolution ist auch festgehalten, dass der Feuerwehrreferent im Stadtrat sein Mandat niederlegt. Ansprechpartner der Freiwilligen Feuerwehr sei vielmehr der Kommandant. Höfler hatte sich bei zurückliegenden Entscheidungen etwa über die Ausstattung der Wehr vom Stadtrat übergangen gefühlt. Er erklärte, dass die Feuerwehr die Resolution vorbehaltlich der Umsetzung der Maßnahmen akzeptieren werde. Die Wehr war mit fast 50 Mitgliedern in Dienstkleidung zur Stadtratssitzung erschienen und mit zwölf Fahrzeugen vorgefahren.

Bei dem Frontalzusammenstoß zweier Nahverkehrszüge waren am Faschingsdienstag auf der eingleisigen Strecke von Holzkirchen nach Rosenheim elf Männer ums Leben gekommen und mehr als 80 Fahrgäste teils lebensgefährlich verletzt worden. Die Feuerwehr war bei der Bergung der Opfer und den Renovierungsarbeiten tagelang im Einsatz gewesen. Zur sogenannten psychosozialen Nachversorgung pausieren die Helfer in den kommenden Tagen. Die Nachbarfeuerwehren übernehmen deren Dienst.

Nach dem Zugunglück bei Bad Aibling soll dort eine Gedenkstätte entstehen

Bürgermeister Schwaller kündigte in der Stadtratssitzung an, dass die oberbayerische Kommune eine Gedenkstätte zur Erinnerung an das Zugunglück errichten werde. Der genaue Ort und die Gestaltung stünden noch nicht fest. Die Gedenkstätte werde aber nicht direkt am Unfallort entstehen.

Diese Bilder vom schweren Zugunglück bei Bad Aibling vergessen wir nie

Schweres Zugunglück bei Bad Aibling - Die Bilder

dpa

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