Sie stehen auf einem Abstellgleis nahe München-Riem: Die Überreste des Unglückszugs von Bad Aibling.
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Sie stehen auf einem Abstellgleis nahe München-Riem: Die Überreste des Unglückszugs von Bad Aibling.

Nach dem Zusammenstoß der zwei Meridiane

Hier stehen die Überreste des Unglückszuges von Bad Aibling

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Bad Aibling - Auf einem Abstellgleis nahe München-Riem stehen, bewacht von einem Sicherheitsdienst, Güterwaggons mit den traurigen Überresten der Meridian-Unglückszüge von Bad Aibling.

Vor zwei Wochen hatte die Staatsanwaltschaft Traunstein bekannt gegeben, dass sie den Fahrdienstleiter als Hauptbeschuldigten ansieht. Weitere Auskünfte gebe es jetzt nicht, „weder allgemein noch zu Detailfragen“, sagte Oberstaatsanwalt Volker Ziegler am Mittwoch zur dpa. Auch zum Vorwurf des BOB-Chefs gegenüber dem Münchner Merkur, die Staatsanwaltschaft habe Namenslisten der Opfer nicht weitergegeben, wollte Ziegler sich nicht äußern.

Auch knapp einen Monat nach dem Zugunglück bei Bad Aibling sind die Fragen zur Ursache nicht geklärt. Gegen 6.40 Uhr stießen am 9. Februar auf der eingleisigen Strecke zwischen Bad Aibling und Kolbermoor zwei Meridian-Züge zusammen. Elf Menschen kamen dabei ums Leben, darunter die insgesamt vier Lokführer und sieben Reisende. Hunderte Helfer waren an diesem Tag vor Ort und retteten Leben. Es hatten sich rund 150 Personen in den beiden Zügen befunden, viele von ihnen wurden lebensgefährlich verletzt.

Tage nach dem Unglück ermittelte Staatsanwaltschaft Traunstein zu den Ursachen. In einer Pressekonferenz eine Woche nach dem Zusammenstoß gaben sie bekannt: DerFahrdienstleiter in Bad Aibling hatte einem der Züge ein Sondersignal gegeben. Beide Züge waren somit auf die eingleisige Bahnstrecke geschickt worden, in einer unübersichtlichen Kurve in einem Waldgebiet stießen sie mit hoher Geschwindigkeit zusammen. Etwa 20 Meter wurden sie ineinander geschoben. Die Bergung dauerte mehrere Tage.

Die Fahrdienstleiter hatte wohl seinen fatalen Fehler noch bemerkt und setzte Notrufe an die Lokführer der zwei Meridiane ab. Vergeblich. Wohleinem Funkloch geschuldet kamen die Notrufe nie an. Wie genau es zu dem Sondersignal gekommen war, ob es noch ein zweites Signal gegeben hatte und welche Rolle die technischen Umstände dabei gespielt haben, ist nach wie vor nicht zu hundert Prozent geklärt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter, neue Informationen gibt es bislang nicht. Es muss noch genau rekonstruiert werden, was am Tag des Unglücks geschah.

Elf Tage nach dem Unglück wurde der Zugverkehr an dieser Strecke wieder aufgenommen. Einige Fahrgäste sprachen von einem beklemmenden Gefühl, von der Bahn wurde psychologisches Personal bereitgestellt. Für die Angehörigen und Helfer organisierte unter anderem die Stadt Bad Aibling verschiedene Spendenaktionen.

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