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Ein Polizist trägt eine Steuereinheit und ein elektronisches Bauteil aus einem der zwei verunglückten Regionalzüge.

Alexander Dobrindt: "Kein technischer Fehler"

Zugunglück: Polizei bewacht den Fahrdienstleiter

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    Georg Anastasiadis
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München/Bad Aibling - Die Zugkatastrophe von Bad Aibling ist nicht auf technisches Versagen zurückzuführen. Dies geht laut Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) aus der Auswertung der Blackboxen und anderer Aufnahmegeräte hervor.

„Tatsache ist, dass nach den Daten, die wir haben, ein technischer Fehler nicht vorgelegen hat,“ sagte Dobrindt in München. Sobald die Gleise repariert sind, soll es Testfahrten auf der Unglücksstrecke geben. Dabei soll ermittelt werden, ob die Messgeräte identische technische Signale wie bei der Unglücksfahrt ergeben, ob die gesicherten Daten also beweiskräftig seien. In unserem Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen nach dem Zugunglück von Bad Aibling auf dem Laufenden.

Damit wurde immer mehr zur Gewissheit, dass die vorhandenen Sicherungsmechanismen an der Strecke vorsätzlich aufgehoben wurden, was dann zu dem Unglück führte. Mit den Ermittlungen vertraute Kreise wiesen darauf hin, dass dafür kein einmaliges Umlegen eines Sicherungsschalters gereicht habe. Vielmehr habe die Sicherungsautomatik durch mehrfachen menschlichen Befehl außer Kraft gesetzt werden müssen.

Fahrdienstleiter steht unter Beobachtung

Warum dies geschah, ermittelten die Staatsanwaltschaft Traunstein und die Polizei, die sich am Dienstagnachmittag in Bad Aibling offiziell zur Unfallursache äußerten. Bei der Pressekonferenz wurde bestätigt, dass das Unglück aufgrund menschlichen Versagens geschah und der Fahrdienstleiter dabei schwer belastet ist. 

Schon zuvor war nach Informationen des Münchner Merkur klar, dass dem Fahrdienstleiter von Bad Aibling eine entscheidende Rolle zukommt. Der Bedienstete der Deutschen Bahn, ein sehr erfahrener Mann, stand seit dem Unglück unter Bewachung, sowohl um Selbst- als auch Fremdgefährdung auszuschließen, wie es hieß. Laut Bild-Zeitung soll der Mann gegenüber Kollegen seinen fatalen Fehler zugegeben haben.

Die Ermittler konzentrierten sich auf die Frage, warum der Meridian-Zug aus dem Bahnhof Kolbermoor ausfahren durfte, obwohl der verspätete Gegenzug aus Bad Aibling-Kurpark noch nicht in Kolbermoor eingetroffen war. Dazu müsste, so berichtet die Welt, vom Stellwerk aus sowohl die Punktförmige Zugbeeinflussung (PZB) als auch ein Blocksignal für den verspäteten Zug aus Bad Aibling ausgeschaltet worden sein. In beiden Fällen hätte der Lokführer das Ausschalten der Signale bestätigen müssen.  

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