Zeugen hören Hilferufe aus Schilfbereich: Vermisstensuche am Tegernsee-Ufer endet ohne Ergebnis

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Prof. Dr. Thomas Strang hat sich von der Luftfahrt inspirieren lassen.

„Es hätte diese Situation verhindert“

2010 wurde Warnsystem in der BOB getestet

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München - Eine Firma in Weßling hat ein Kollisionswarnsystem für Züge entwickelt. Getestet wurde es 2010 in Zügen der Bayerischen Oberlandbahn - es hätte die Katastrophe vielleicht verhindern können.

Bleiben Sie über die aktuellen Entwicklungen der Zugkatastrophe von Bad Aibling in unserem Ticker auf dem Laufenden. Eine Pressekonferenz aus Bad Aibling soll klären, wie es zu dem Zugunglück gekommen ist.

Die Punktförmige Zugbeeinflussung (PZB), die auch auf der Unglücksstrecke zwischen Kolbermoor und Bad Aibling eingesetzt wird, gilt als verlässliches Sicherheitssystem. Und doch konnte es am Dienstag zur Katastrophe kommen. Zwei Züge rasten aufeinander zu, die Lokführer waren ahnungslos, bis es zu spät war. Genau für solche Fälle gebe es das Kollisionswarnsystem TCAS, sagt Thomas Strang. „Es hätte diese Situation verhindert.“ 2010 wurde dieses System in Zügen der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) getestet. Der damalige Geschäftsführer wollte es nach eigener Aussage sogar in den BOB-Zügen einsetzen.

Strang arbeitet beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Institut für Kommunikation und Navigation. Inspiriert von der Technik, die in der Luftfahrt und in der Schifffahrt eingesetzt wird, haben er und Kollegen ein Kollisionswarnsystem für Züge entwickelt. Es erfasst Position, Geschwindigkeit und geplante Route der damit ausgerüsteten Züge und gibt sie per Funk an andere weiter. Wären die beiden Züge mit TCAS ausgerüstet gewesen, hätten sie „weit außerhalb des Sichthorizonts“ voneinander erfahren, sagt Strang, der aus dem DLR heraus mit Andreas Lehner die Firma „Intelligence on Wheels“ gegründet hat, um die Erfindung auf den Markt zu bringen.

Genutzt wird sie laut Strang derzeit von den Harzer Schmalspurbahnen, die Dampflokomotiven einsetzen. Im Jahr 2010 wurde die TCAS-Technik allerdings auch in einem Forschungsprojekt in Oberbayern getestet – und zwar in den Bahnen der BOB, die auch die Marke Meridian betreibt, deren Züge bei Bad Aibling zusammenstießen. BOB-Geschäftsführer war damals Heino Seeger, der heute die Tegernsee-Bahn leitet. Auch Seeger ist überzeugt, dass das Kollisionswarnsystem in einem Notfall wie am Dienstag eine Hilfe sein kann. „TCAS ist geeignet, um zusätzliche Sicherheit herzustellen – unabhängig von Signalen und der Infrastruktur“, sagt er. Das gelte insbesondere für eingleisige Abschnitte. „Dass das auch auf unseren Strecken interessant ist, hat sich am Dienstag gezeigt.“ Der Aufwand, Züge damit auszurüsten, sei zudem „technisch und wirtschaftlich überschaubar“. Deshalb sei er damals grundsätzlich bereit gewesen, eine Zusammenarbeit mit dem jungen Unternehmen einzugehen. „Doch dazu ist es nicht mehr gekommen“, sagt Seeger. Ende 2012 war dem langjährigen BOB-Chef Seeger gekündigt worden. Die nachfolgenden Geschäftsführungen hätten das Projekt anscheinend nicht weiter verfolgt, sagt Seeger.

Strang allerdings berichtet, er habe auch mit dem späteren BOB-Geschäftsführer Kai Müller-Eberstein über TCAS gesprochen. Der habe zurückhaltend reagiert. Müller-Eberstein ist heute Geschäftsführer des Regensburger Verkehrsverbunds. Auf eine E-Mail-Anfrage reagierte er gestern bis Redaktionsschluss nicht.

Unter den aktuellen Geschäftsführern Bernd Rosenbusch und Fabian Amini hat „Intelligence on Wheels“ laut Strang zwar weitere Testfahrten mit der Oberlandbahn durchgeführt – allerdings mit einem anderen Produkt. Systeme wie TCAS, sagt Rosenbusch auf Nachfrage, seien zwar grundsätzlich „immer eine Option“. Allerdings sei er – was den Bahnverkehr betrifft – der Meinung: „Die Technik muss im Netz liegen.“ 

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