+

Zweiteinnahmen sollen Lösung sein

Zukunft der Landwirtschaft

Nürnberg - Partyservice, Kinderbetreuung auf dem Bauernhof oder Anbauseminare für Großstädter: Immer mehr Landwirte setzen auf eine zweite Einnahmequelle. Für die traditionelle Landwirtschaft kann dies eine Chance sein.

Die erfolgreiche Zukunft vieler landwirtschaftlicher Betriebe hängt nach Expertenansicht von einer zweiten hofnahen Einkommensquelle ab. Die Möglichkeiten dabei seien äußerst vielfältig, sagte Paula Weinberger-Miller von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft der Nachrichtenagentur dpa. Ob Kantinen mit selbst erzeugten Nahrungsmitteln zu beliefern, Kinder auf dem eigenen Bauernhof zu betreuen oder für Privathaushalte zu kochen: „Zum Verbraucher hin wirtschaften heißt die Erfolgsstrategie.“

2010 verdienten sich 38,5 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern durch hof- oder haushaltsnahe Tätigkeiten, sogenannte Einkommenkombinationen, etwas dazu, sagte Weinberger-Miller. Diese Zahl werde noch steigen. Die Anfänge dafür habe die jetzige Generation gelegt, beispielsweise indem sie ein paar Zimmer im eigenen Bauernhaus an Gäste vermietete. Die Nachfolgegeneration werde noch professioneller ins Gewerbe einsteigen, vermutet die Agrarökonomin.

Vor allem junge Landwirte haben Partner, die über landwirtschaftsferne Ausbildungen verfügten und deshalb oft über Zusammenschlüsse und Verbände effektiver arbeiten könnten. Dabei sind Zweiteinahmen kein Schaden für die traditionelle Landwirtschaft, betonte Weinberger-Miller. „Wer eine hofnahe Einkommensquelle betreibt, ist deshalb noch lange kein Hobby-Landwirt.“

Vielmehr sei dies eine Chance für den ländlichen Raum, der beispielsweise durch die Aufrechterhaltung der Infrastruktur und neu geschaffene Arbeitsplätze profitiere. Zudem müssten Betriebe mit einer hofnahen Zweiteinnahme seltener geschlossen werden. „Durch die Einkommenskombinationen wird die Landwirtschaft vielfältiger und transparent“. Am Wochenende findet in Nürnberg ein Kongress unter dem Motto „Neue Einkommensquellen für Landwirte“ statt.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Tragödie am Bahnübergang Traunreut: Zwölfjähriger wird von Zug erfasst und stirbt
Ein schrecklicher Unfall ist am Bahnübergang in Traunreut (Landkreis Traunstein) passiert: Als ein Bub (12) den Bahnübergang überquerte, wurde er von einem Zug erfasst.
Tragödie am Bahnübergang Traunreut: Zwölfjähriger wird von Zug erfasst und stirbt
Frau stirbt beim Überholen - Mutter und Kinder verletzen sich schwer
Bei einem misslungenen Überholmanöver in Oberfranken ist eine 35 Jahre alte Frau ums Leben gekommen; eine weitere Frau und ihre Kinder wurden schwer verletzt.
Frau stirbt beim Überholen - Mutter und Kinder verletzen sich schwer
Vermisste Tramperin Sophia L. offenbar in Oberfranken getötet
Seit mehr als einer Woche wird die 28-jährige Sophia L. vermisst. Einem spanischen Medienbericht zufolge wurde jetzt ihre Leiche an einer Tankstelle gefunden. Polizei …
Vermisste Tramperin Sophia L. offenbar in Oberfranken getötet
Autofahrer fällt beim Anblick aus allen Wolken: Betrunkener löst Polizeieinsatz aus
Einen gehörigen Schock hat dieser Autofahrer erlitten. Er hielt einen am Straßenrand schlafenden Betrunkenen für eine Leiche.
Autofahrer fällt beim Anblick aus allen Wolken: Betrunkener löst Polizeieinsatz aus

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.