Zusammenleben homosexueller Pfarrer geregelt

Augsburg - Unter welchen Voraussetzungen homosexuelle evangelische Pfarrer in Bayern gemeinsam mit ihrem Partner im Pfarrhaus leben dürfen, ist künftig kirchenrechtlich geregelt.

„Da gab es sehr kontroverse Diskussionen“, sagte der Sprecher der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Johannes Minkus, am Donnerstag in Augsburg zum Abschluss der Frühjahrssynode. Bevor eine Pfarrerstelle ausgeschrieben werde, müsse sich nun der Regionalbischof beim Kirchenvorstand erkundigen, ob grundsätzlich ein schwules oder lesbisches Paar ins Pfarrhaus einziehen könne.

Die Entscheidung des Kirchenvorstands hänge vom Einzelfall ab, sagte Minkus. „Man will keinen Konflikt schaffen.“ Das sei auch im Interesse der Pfarrer. Der Kirchenvorstand vertritt die Kirchengemeinde in allen Belangen. Konservative Kreise bezweifeln, dass sich das Zusammenleben von schwulen und lesbischen Pfarrern und Pfarrerinnen mit ihrer Vorbildrolle und dem Schutz von Ehe und Familie verträgt.

Auf ihrer Frühjahrstagung hatten laut Minkus die rund 100 Delegierten der Landessynode, des evengelischen Kirchenparlaments, mit großer Mehrheit für die Änderung des Pfarrerdienstrechtes gestimmt. Es habe 8 Gegenstimmen und 2 Enthaltungen gegeben. Die Frage stelle sich allerdings selten, sagte Minkus. „Wir wissen nur von fünf homosexuellen Paaren bei 1600 Gemeindepfarrern.“ Eine Voraussetzung für ein Zusammenleben im Pfarrhaus sei, dass die homosexuellen Pfarrer eine eingetragene Lebenspartnerschaft führten.

Auf der fünftägigen Zusammenkunft sollte auch das Verhältnis der Kirche zu den Juden auf eine neue Grundlage gestellt werden. Der vorangestellte Grundartikel der Landeskirchen-Verfassung sei daher um einen Satz ergänzt worden, erläuterte Minkus. Die Evangelisch-Lutherische Kirche sei mit der ganzen Kirche Jesu Christi aus dem biblischen Gottesvolk Israel hervorgegangen und bezeuge mit der Heiligen Schrift dessen bleibende Erwählung, lautet die Formulierung. Sie geht auf einen Vorschlag von Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm zurück.

dpa

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