Sie kamen im Januar auf die Welt

Im Bayerischen Wald: Bärenjungen wohl tot

Grafenau - Trauer im Nationalpark Bayerischer Wald: Zwei der drei im Januar geborenen Jungbären sind vermutlich tot.

Die drei Bärenjungen im Nationalpark Bayerischer Wald sind auf tragische Weise getrennt worden. Zwei der drei im Januar geborenen Bären sind vermutlich tot. Seit einer Woche fehle von den beiden Jungtieren jede Spur, teilte die Nationalparkverwaltung am Donnerstag in Grafenau mit. Seit einigen Tagen sei die Bärenmutter „Luna“ nur noch mit einem Nachwuchs zu sehen. „Die beiden Jungbären könnten an einer Infektion gestorben sein. Vielleicht hatte Luna auch nicht genug Milch für alle Jungen oder die kleinen Bären haben sich zu weit von der Mutter entfernt und wurden vom Vater getötet“, erläuterte Tierarzt Dennis Müller. Für alle drei Varianten gebe es derzeit aber noch keine Hinweise.

Trotz des Vorfalls sei ein Eingreifen im Bärengehege weder möglich noch beabsichtigt, sagte Müller. „Solange die erwachsenen Bären nicht in den Stall gehen und eingesperrt werden können, können wir das Gehege nicht betreten und nachzuschauen, ob wir irgendwo tote Jungtiere finden.“ Dass sie in der Höhle liegen, sei aufgrund der strikten Höhlenhygiene der Bärin jedoch unwahrscheinlich. In die Trauer um den Verlust der beiden Tiere mischt sich aber auch Hoffnung: „Sollte eine mangelnde Versorgung mit Milch ursächlich für das Verschwinden der beiden Bären sein, steigt jetzt die Chance für das verbliebene Junge stark an, da Luna nur noch einen Jungbären versorgen muss“, erklärte der Veterinär.

Die elfjährige Bärenmutter „Luna“ hatte im Januar die Drillinge in einer Überwinterungshöhle auf die Welt gebracht. Das Geschlecht der drei konnte jedoch noch nicht festgestellt werden. Zuletzt waren die drei Jungen am 17. April gesehen worden. Am folgenden Tag waren weder die Mutter noch die Jungtiere zu beobachten, auch nicht bei der Fütterung. Ab Ostersamstag wurde „Luna“ nur noch von einem Jungtier begleitet.

„Den Verlust der beiden Jungtiere bedauern wir sehr - grade auch im Interesse unserer Besucher“, betonte Nationalparkleiter Franz Leibl. Außergewöhnliche Auseinandersetzung zwischen den beiden Elterntieren seien nicht beobachtet worden. Vater „Benny“ habe stets den von „Luna“ festgesetzten Sicherheitsabstand zu den Jungtieren von zwei bis drei Metern eingehalten und sei seiner Familie mit Neugier, aber nie mit aggressivem Verhalten begegnet. Leibl hofft auf Hinweise von Besuchern und Fotografen, die in den vergangenen Tagen das Gehege beobachtet haben.

Da eine Vermittlung von Bärennachwuchs derzeit nur schwer zu rechtfertigen ist, war eine Fortpflanzung von „Luna“ und „Benny“ eigentlich nicht vorgesehen. Der Nationalpark hatte sich nach der unverhofften Drillingsgeburt aber bereits um den zukünftigen Verbleib der Jungbären gekümmert. Zwei sollten in einen ungarischen Zoo, einer in einen Wildpark im Fichtelgebirge gehen. Ob der nun verbliebene Jungbär nun doch im Tier-Freigelände des Nationalparks bleibt, ist noch nicht entschieden.

dpa

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