70.000 Euro ergaunert

Zwei Betrügerinnen müssen hinter Gitter: Ein Fluch war ihre Masche

Nürnberg/Fürth - Sie redeten ihren Opfern ein, dass sie mit einem Fluch belastet sind. Dann knöpften die zwei Weißrussinnen ihnen Geld ab - viel Geld. Vom Landgericht Nürnberg-Fürth wurden sie nun verurteilt.

Mit einer wirren Geschichte um einen Fluch haben sie mindestens 70 000 Euro von ihren leichtgläubigen Opfern ergaunert: Nun müssen zwei Trickbetrügerinnen für drei Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Das Landgericht Nürnberg-Fürth verurteilte die 48 und 53 Jahre alten Frauen am Montag wegen Betrugs und Diebstahls. Die beiden Frauen, die seit vergangenem August in Untersuchungshaft saßen, hatten die Vorwürfe bereits zu Prozessbeginn weitgehend eingeräumt.

Ihre Masche war immer ähnlich: Zwischen 2011 bis 2015 sprachen die beiden Weißrussinnen demnach in zahlreichen Städten - unter anderem in Wilhelmshaven, Kassel, Augsburg, Bayreuth, Nürnberg und Stuttgart - Frauen an und erzählten, dass auf ihnen ein Fluch liege. Um den angeblichen Bann zu lösen, sollten die Frauen den Betrügerinnen Geld geben - in einem Fall waren das mehr als 40 000 Euro. Bei den Opfern handelte es sich immer um Landsleute.

Die Verurteilten führten dann zur Ablenkung allerlei Rituale durch und gaben ihren Opfern am Schluss Bündel mit wertlosen Papierschnipseln zurück. Das Geld nahmen sie selbst an sich. Die wertlosen Päckchen sollten ihre Opfer mehrere Tage unter ihrer Matratze liegen lassen. Einer der Frauen riss eine der Betrügerinnen auch ein Haar aus, gab es ihr und wies sie an, über drei Ampeln zu gehen und das Haar dann wegzuwerfen, ohne sich umzudrehen. In der Zwischenzeit waren die Angeklagten verschwunden.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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