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Ergebnissen des ersten "Runden Tisches Pflege"

Seniorenresidenz in Unterfranken

Zwei Heimleiter verhaftet: Ließen sie Senioren einfach sterben?

Untermerzbach - In Unterfranken wurden zwei Heimleiter festgenommen. Die Vorwürfe sind unglaublich: Misshandlung, Missachtung, Totschlag. Doch die Zweifel mehren sich. 

Die beiden Verantwortlichen eines unterfränkischen Altenheims, in dem Senioren durch Vernachlässigung zu Tode gekommen sein sollen, bleiben in Haft. Ein Ermittlungsrichter ordnete am Freitag die Fortdauer der Untersuchungshaft an, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts Bamberg. Beide Angeschuldigten hätten sich vor dem Richter nicht geäußert.

Die Geschäftsführerin und der Pflegedienstleiter des Seniorenheims in Untermerzbach (Landkreis Haßberge) waren am Donnerstag wegen Totschlagsverdacht festgenommen worden. Der Ermittlungsrichter habe den Verdacht als begründet angesehen, dass die beiden den Tod von Heimbewohnern zumindest billigend in Kauf genommen hätten, erläuterte der Sprecher. Damit seien die Bedingungen für einen bedingten Tötungsvorsatz gegeben.

Vorwurf: Misshandlung von Heimbewohnern

In dem Heim sollen mehrere Menschen unter ungeklärten Umständen gestorben sein. Die Polizei berichtet von einem Fall, in dem nach dem Sturz eines Bewohners über mehrere Tage kein Arzt gerufen worden sein soll, weshalb der Mann dann gestorben sei.

Nachdem die Staatsanwaltschaft Bamberg seit Mai Ermittlungen wegen Verdachts der Misshandlung von Bewohnern führte, hatte das Gesundheitsministerium nach eigenen Angaben Mitte Oktober eine Prüfung des Heims angeordnet. Das Ministerium habe durch einen Medienbericht von den Missständen erfahren, erklärte ein Sprecher. Die Prüfung hätte die Vorwürfe jedoch nicht bestätigt.

Zweifel bleiben bestehen

Die Vorsitzende des Sozialverbands VdK Bayern, Ulrike Mascher, kritisierte am Freitag die Behörden. „Ich kann mir schwer vorstellen, dass in einem Heim, das im Oktober keinen Grund zur Beanstandung hatte, jetzt Festnahmen wegen Totschlags erfolgen“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

dpa

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