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Seit fast 21 Jahren setzt sich Elvira Schauwetter aus Schwabhause n (Kreis Dachau) für die Menschen in Nepal ein.

Nachgefragt . . .

Kämpferin für Nepal

Fast 9000 Menschen starben bei den zwei schweren Erdbeben 2015 in Nepal. Viele Häuser liegen noch in Trümmern, der Aufbau geht nur langsam voran. Im Gespräch mit einer Entwicklungshelferin.

Schwabhausen –  Seit fast 21 Jahren setzt sich Elvira Schauwetter aus Schwabhausen (Kreis Dachau) für die Menschen in dem bitterarmen Land Nepal  ein. Mittlerweile ist ihre Kraft allerdings fast aufgebraucht.

Vielerorts ist die Situation in Nepal noch kritisch. Wie sieht es in dem Dorf aus, das sie unterstützen?

In Chheskam stehen alle Häuser wieder. Als ich fünf Monate nach dem Erdbeben im April 2015 erfuhr, wie viel zerstört wurde, habe ich fast 7000 Euro Spenden gesammelt und als Soforthilfe nach Nepal geschickt. Die Gemeinschaft Freunde Nepals, mit der ich ab und zu zusammenarbeite, hat fast 5000 Euro gespendet. Der Bürgermeister des Dorfes hat das Geld dann an die Bürger verteilt. Wären sie von Spenden, die die Regierung bekam, abhängig, wären sie noch längst nicht soweit. Denn die Politik hilft zuerst den bei Touristen beliebten Dörfern.

Warum setzen Sie sich seit vielen Jahren so leidenschaftlich für die Menschen in Nepal ein?

1992 kam ich das erste Mal nach Nepal, als Touristin, und die Menschen dort haben mich berührt. Ich wurde während des Zweiten Weltkriegs geboren und weiß daher, was Armut ist. In Chheskam aber sah ich den Unterschied zwischen Armut und bitterster Armut. Dagegen musste ich etwas tun. Wichtig ist, dass junge Menschen eine Ausbildung bekommen. Also habe ich 1998 geholfen, eine Schule zu bauen, 2013 wurde sie erweitert. 2000 haben wir außerdem den Bau einer Krankenstation organisiert.

Wie lange wollen Sie sich noch engagieren?

Da ich über 70 Jahre alt bin, kann ich leider nicht mehr selbst nach Nepal reisen. Zurzeit organisiere ich, dass jede Familie im Dorf einen rauchfreien Ofen bekommt. Das ist sicherer als eine offene Feuerstelle. Doch die Planungen sind mit viel Aufwand verbunden und langsam geht mir die Kraft aus. Wenn das Projekt beendet ist, will ich mich deswegen zurückziehen. Ich hoffe, dass ich bis dahin einen Nachfolger finde.

Sie waren mehr als 20 Mal in Nepal. Sehen Sie sich als Entwicklungshelferin?

Ja. Und diese Arbeit kostet Kraft. Vieles habe ich nur durch Hartnäckigkeit geschafft, vor allem zur Zeit des Bürgerkriegs. Angst hatte ich jedoch keine. Die 21 Jahre, in denen ich in Nepal half, waren die stärksten meines Lebens. Ich habe gemerkt, wie viel man im Alleingang in der Welt bewegen kann, wenn man nur die nötige Courage besitzt. Deswegen habe ich über meine Arbeit in Nepal das Buch „Karma Sonam Dolma – das andere Nepal“ geschrieben. 

Interview: Regina Mittermeier

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