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Die Detonation in Inzell forderte zwei Menschenleben. Die Ursache ist jedoch noch unklar.

Zwei Menschen sterben bei Wohnhaus-Explosion

Inzell - In Inzell (Kreis Traunstein) sind am Mittwochmorgen zwei Menschen bei der Explosion eines Wohnhauses ums Leben gekommen. Möglicherweise war es eine Verzweifelungstat.

Video:

Ein Video vom Trümmerfeld in Inzell-Breitmoos gibt es hier.

In den Trümmern sei zunächst die Leiche eines Mannes und wenig später die einer Frau gefunden worden, sagte ein Polizeisprecher. Mit hoher Wahrscheinlichkeit handele es sich bei den beiden Toten um einen 75-Jährigen und dessen 67 Jahre alte Ehefrau, die gemeinsam das Haus im Ortsteil Breitmoos bewohnten. Das Haus ist nach Schilderung des Sprechers “dem Erdboden gleichgemacht“. Warum es kurz vor zwei Uhr in die Luft flog, sei noch unklar.

Explosion in Inzell

Inzell: Wohnhaus abgebrannt

Bilder vom Tag danach

Trümmerfeld nach Explosion

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Die Hintergründe sind jedenfalls mysteriös: „Was wir wissen, ist, dass die Sprengkraft vehement war", sagte Polizeisprecher Roman Hörfurter. Wie die Polizei weiter mitteilte, hatte das 1993 erbaute Gebäude keinen Gasanschluss. Ungewöhlich auch: Das Haus sollte angeblich am Dienstag für 500.000 Euro zwangsversteigert werden, es fand sich aber kein Käufer. Auch von Schulden des Ehepaars ist die Rede. Die zuständige Kriminalpolizei in Traunstein schließt laut Bayerischem Rundfunk nicht aus, dass der 75-jährige Hausbewohner und seine Ehefrau die Explosion absichtlich herbei geführt haben könnten.

Trümmer flogen mehrere hundert Meter

Die Explosion in der Nacht war laut Polizei so heftig gewesen, dass acht umliegende Häuser und geparkte Autos beschädigt wurden. Die Trümmer flogen mehrere hundert Meter weit. Unmittelbar nach dem Knall stand das Haus in Flammen. Zahlreiche Anwohner hatten die Notrufnummer gewählt. Die Rettungskräfte sind in größtmöglicher Stärke ausgerückt. Nach ersten Erkenntnissen bewohnten die Eheleute das Haus allein. Verletzte im Umkreis seien bisher nicht gemeldet.

„Wie ein Schlachtfeld“

Am Tag nach der Explosion berichtet eine Reporterin von Rosenheim24.de von der Unglücksstelle: Die Umgebung des Hauses gleiche einem Schlachtfeld. Ziegeln und Holzteile würden in Nachbargärten verteilt liegen. Anwohner stünden an der Unglücksstelle, die Leute seien fassungslos.

Auf Bildern ist zusehen, wie die Fenster angrenzender Häuser eingedrückt wurden, Trümmerteile liegen selbst in den Zimmern, an Wänden bildeten sich Risse. Ein riesiger Schutthaufen türmt sich an der Straßenecke auf, an der wenige Stunden zuvor noch das Wohnhaus stand. Direkt an den Unglücksort zu gehen, ist derzeit nicht möglich. Nach Angaben der Polizei könnten die Trümmer noch in sich zusammenfallen

Das Ehepaar soll vor etwa 15 Jahren aus München nach Inzell gezogen sein. Ein Nachbar sagte, er habe wenig Kontakt zu dem Ehepaar gehabt. Es gab häufiger Unstimmigkeiten, auch mit anderen Anwohnern.

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