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Der Aussichtspunkt "König-David" im Höllental bei Naila.

Zwei riesige Hängebrücken sollen Touristen ins Höllental locken

Schön ist es im Höllental im Frankenwald, sehr schön sogar. Doch bei allzu vielen Touristen hat sich das bislang nicht herumgesprochen. Das soll sich jetzt ändern.

Hof/Lichtenberg - Zwei riesige Hängebrücken sollen zu einer touristischen Attraktion in Nordbayern werden. Der Landkreis Hof plant das Projekt im Höllental im Frankenwald. Die Burg in Lichtenberg soll dabei mit dem Gemeindegebiet von Issigau verbunden werden. Die erste Brücke soll etwa 380 Meter lang werden, die zweite 720. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte bereits im Sommer eine großzügige finanzielle Unterstützung signalisiert. Schätzungen zufolge sind zwölf Millionen Euro an Investitionen für die Brücken und Infrastruktur wie Parkplätze notwendig.

Der Landkreis erhofft sich durch das Projekt eine Stärkung des Tourismus. Bis zu 200.000 Gäste pro Jahr sollen in die Region gelockt werden, der geplante Brückenstandort ist nur wenige Kilometer von der Autobahn 9 entfernt. Landrat Oliver Bär (CSU) sucht nach dem Ja seines Kreisrats zum Brückenbau den Schulterschluss mit der Bevölkerung. Gemeinsam wolle man ein kluges und nachhaltiges Gesamtkonzept entwickeln, hatte er bei einer ersten Informationsveranstaltung in Lichtenberg betont. Weitere öffentliche Runden zum Brückenprojekt sind geplant.

Die zweite Brücke übers Höllental könnte die dann weltweit größte Fußgänger-Hängebrücke sein. Im Juli wurde in der Schweiz eine fast 500 Meter lange Brücke eröffnet, sie ist nach Angaben von Zermatt Tourismus die derzeit längste Hängebrücke der Welt.

Der Bund Naturschutz könnte mit einer Hängebrücke im Frankenwald leben - allerdings nicht über dem Höllental. „Wir sind nicht gegen eine Brücke, aber hätten gerne einen anderen Standort“, sagte Wolfgang Degelmann, Geschäftsführer der Kreisgruppe Hof. Das Höllental sei ein wichtiges Naturschutzgebiet mit seltenen Pflanzenarten und vertrage höchstens „sanften Tourismus“ durch Einheimische und Kurgäste aus dem nahen Bad Steben.

Einen Ansturm von vielen Ausflüglern jedoch „verträgt das Tal nicht“, sagte Degelmann. Es gebe andere Kerbtäler im Frankenwald, über die sich in naturverträglicherer Weise eine Brücke spannen ließe. Er gab zugleich zu bedenken, dass die Mehrzahl der Gäste mit dem eigenen Auto anreisen werde: „Darauf muss die Region sich einstellen.“

dpa

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