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Verkleidete Narren laufen in Mainz beim Rosenmontagszug durch die Innenstadt vor dem Dom entlang.

Zwei Tragödien überschatten fröhlichen Rosenmontag

Mainz/Köln/Wegscheid - Hunderttausende von Narren haben am Rosenmontag trotz Schmuddelwetters ausgelassen Straßenkarneval gefeiert und die Fastnachtsumzüge im ganzen Land bejubelt. In Bayern jedoch endete ein Umzug tödlich.

Bei einem Faschingsumzug im niederbayerischen Wegscheid stürzte ein Mann von einem Motivwagen. Der Mann aus Oberösterreich erlitt so schwere Kopfverletzungen, dass er noch im Krankenhaus starb.

Ganz abgesagt wurde der Rosenmontagszug im westfälischen Beckum. Am Tag zuvor waren Stadtprinz Reinhard IV. und seine beiden Hofmarschälle beim traditionellen Rathaussturm gestürzt. Der Prinz und einer seiner Begleiter erlitten schwere Kopfverletzungen, der andere Hofmarschall eine Gehirnerschütterung.

Ausgelassene Stimmung in den Karnevalshochburgen

Durch Köln schlängelte sich mit rund 150 Fest- und Prunkwagen sowie etwa 11 500 Teilnehmern der größte Karnevalszug Deutschlands. Vor allem in den rheinischen Feierhochburgen sparten die Narren bei ihren Motivwagen nicht mit Kritik an Politik und am Weltgeschehen, dominierendes Thema war die Finanzkrise. Nach Auskunft der Polizei blieb es bis zum Nachmittag überwiegend friedlich. Etwa in Mainz, Koblenz und Trier wurden deutlich weniger Einsätze als im vergangenen Jahr registriert.

Rosenmontag: Deutschland im Fieber

Nach Schätzungen der Veranstalter feierten in Köln bei regnerischem Wetter 1,3 Millionen Narren mit - ganz nach dem Motto “Unser Fastelovend - himmlisch jeck“. Zu den Themen der großen Persiflage-Wagen gehörten neben der Weltwirtschaftskrise das Superwahljahr 2009, der neue US-Präsident Barack Obama und der Kölsche Klüngel.

In Mainz trotzten viele Narren im warmen Ganzkörperkostüm dem Nieselregen - insgesamt zählten die Veranstalter rund 500 000 Fastnachtfans an der mehr als sieben Kilometer langen Strecke. Etwa 9700 Teilnehmer liefen im Zug mit, der unter dem Motto “Mainzer Fastnacht - Freude pur“ stand. Die 15 Motivwagen nahmen ebenfalls vor allem Politiker auf die Schippe.

Unter dem Motto “Do bes de platt“ (Da bist du platt) wurde in Düsseldorf gefeiert und geschunkelt. Freche Kommentare gab es auf den etwa 70 Wagen, etwa beim Motiv “Rettungsschirm“: Während sich der specknackige Unternehmer unter sicherem Regendach sichtlich geborgen fühlte, stand der darbende Mittelstand unter einem dürren Schirmgerippe im Regen. Die Veranstalter schätzten, dass rund eine Million Zuschauer den 5,2 Kilometer langen Lindwurm in der nordrhein- westfälischen Landeshauptstadt bejubelten.

Die “Kleidlesträger“ im baden-württembergischen Rottweil zeigten bereits am frühen Montagmorgen ihren traditionellen Narrensprung. Besonders auffällig sind dabei die Masken: Die Narren präsentieren sich zum Beispiel als freundliche Gschellnarren oder als wilde Bennerrössle. Der große Narrensprung in Wangen im Allgäu zog trotz Nieselregens Tausende Karnevalisten und Zuschauer an. 4500 Hästräger und Musikanten von mehr als 50 Narrenzünften aus Bayern, Baden- Württemberg und Vorarlberg in Österreich liefen bei dem Umzug mit.

Auch zahlreiche weitere Städte standen am Rosenmontag unter dem Regiment der Narren. Die größten närrischen Lindwürmer im Ruhrgebiet gab es in Duisburg und Dortmund, wo laut Polizei jeweils mehr als 200 000 Besucher gekommen waren. Im Saarland feierten Hunderttausende Narren trotz miesen Wetters “Faasend“, in Sachsen-Anhalt besuchten in Köthen und Halle insgesamt mehr als 30 000 Menschen das närrische Treiben.

Nur mit Muskelkraft zogen Narren im baden-württembergischen Hecklingen ihren Motivwagen durch die Straßen, nachdem ihr Traktor von der Polizei stillgelegt worden war. Nach der Kontrolle durch die Beamten mussten die Wagenbauer ihren Anhänger abkuppeln. Sie nahmen aber den Vorschlag der Polizei an, den Wagen aus eigener Kraft zu ziehen. “Als Freund und Helfer steht nun das Versprechen der Polizei, bei Bedarf im nächsten Jahr mit einem kräftigen Polizisten das Ziehen zu unterstützen“, hieß es im Bericht der Beamten.

dpa

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