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"Es geht dabei um die Menschen"

Pfarrer segnen Schneekanonen - das gefällt nicht jedem

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In Bayern sieht man das so: Viel Segen hilft viel. Also segnen Pfarrer bayernweit auch Schneekanonen. Das stimmt aber längst nicht jeden Kritiker milde.

Ort des Geschehens ist das Skigebiet Mitterdorf in Niederbayern. Hier soll am Freitag die neue Beschneiungsanlage, vier Schneekanonen und eine Flutlichtanlage, Gottes Segen erhalten. Für Pfarrer Bernhard Kraus, 55, ist das relativ unproblematisch, immerhin hat er 2014 schon eine Biathlon-Anlage, kurz darauf einen Kinderlift gesegnet, den „Zauberteppich“. Die Anlagenbetreiber fragten ihn auch diesmal, Kraus sagte zu: „Es geht dabei nicht um die Kanonen, sondern um die Menschen. Es ist zu ihrem Wohle.“ Das Bistum Passau sieht das genau so.

Markus Ganserer ist da anderer Meinung. Der Landtagsabgeordnete der Grünen hat nichts gegen kirchlichen Segen, aber bei Schneekanonen hört der göttliche Beistand für ihn auf. Denn die, sagt er, seien weder zum Wohl der Menschen noch der Natur, sondern vielmehr eine „klimapolitische Todsünde“. Sie zu segnen, hält er für absurd. „Das zeigt, wie wenig sensibel man auch in der Kirche mit dem Thema umgeht.“

Der grüne Niederbayer hat dabei einen großen Klimakämpfer an seiner Seite, Papst Franziskus. Der hat in seiner Enzyklika „Laudato si“ Mitte 2015 den Schutz der Schöpfung zu einer der wichtigsten Menschheits-Aufgaben erklärt. Eine Ansage nach Ganserers Geschmack. Er findet: „Bei großen Herausforderungen sollte die Kirche politisch werden.“ Das gelte sicher für die Flüchtlingskrise und ganz sicher für den Klimawandel.

Auch Pfarrer Kraus sieht die Problematik. Immerhin waren die Schneekanonen in Philippsreut und Umgebung umstritten, der Wassermangel im heißen Sommer ließ bei Kritikern zusätzlich Bedenken aufkommen, ob es klug sei, im Winter das Wasser zu verpuvern, dass man im Sommer nicht hat. Aber Kraus sagt, er könne das mit seinem Gewissen vereinbaren. Kirchenrechtlich dürfe man alles segnen – abgesehen von Waffen.

Der Freitag wird so aussehen: Kraus und die Verantwortlichen treffen sich, trinken ein Bier und fahren dann raus zur Beschneiungsanlage. Kraus wird einen Segen sprechen und dem Skigebiet außerdem wünschen, „dass es bald zu nutzen ist“. Dann wird der Landrat zur Einweihung eine Schneekanone anstellen. Die wird aber nur Wasser verspritzen. Denn um Schnee zu erzeugen, ist es noch viel zu warm. 

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