Zweijährige Lea starb an Lungenentzündung

Tirschenreuth - Fast zwei Monate nach dem Tod der zweijährigen Lea aus dem oberpfälzischen Tirschenreuth haben Gerichtsmediziner die genaue Todesursache geklärt.

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Verhungerte Lea: Rätsel um Motiv der Mutter

Konsequenzen beim Jugendamt

Das Mädchen sei an einer sogenannten interstitiellen Lungenentzündung gestorben, sagte Weidens Leitender Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer am Dienstag. Zunächst war vermutet worden, dass das Kind verhungert und verdurstet ist. Wegen der neuen Fakten wurde der Haftbefehl wegen Totschlags gegen die 21 Jahre alte Mutter aufgehoben, gleichzeitig aber Haftbefehl wegen des Verdachts anderer schwerer Straftaten aus dem Bereich der Kindesvernachlässigung erlassen. Der Frau drohten nach wie vor bis zu 15 Jahre Haft, erklärte Schäfer.

Bei dieser Form einer Lungenentzündung handelt es sich um eine schwerwiegende Krankheit, an der auch gesunde und normal ernährte Kinder trotz Behandlung sterben können. Allerdings werfen die Ermittler der Mutter von Lea weiterhin vor, sich nicht ausreichend um das Mädchen gekümmert zu haben. Der Zustand des Kindes sei schlecht gewesen, es habe zu wenig Gewicht gehabt.

Die nun festgestellte Todesursache könne nicht mit Sicherheit auf den Zustand des Kindes zurückgeführt werden, sagte Schäfer. "Deswegen kann man auch den Vorwurf des Totschlags nicht aufrechterhalten." Im neuen Haftbefehl geht es nun um Tatbestände der schweren Misshandlung von Schutzbefohlenen und der Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht. "Der zentrale Vorwurf ist immer noch der, warum trotz des katastrophalen Zustandes des Kindes keine ärztliche Hilfe in Anspruch genommen wurde", sagte der Staatsanwalt.

Wegen des Todes der kleinen Lea war auch das Tirschenreuther Jugendamt in die Kritik geraten. Bei der Behörde war Monate vor der Tragödie der Hinweis einer besorgten Nachbarin abgelegt worden, ein Kontrollbesuch bei der 21-Jährigen blieb aus. Das Amt hatte nach Bekanntwerden des Falls Fehler eingeräumt.

dpa

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