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Der eine Bruder wurde bereits zu lebenslanger Haft verurteilt, der zweite soll nun auch noch einmal vor Gericht kommen. Nach dem Mord an dem Augsburger Polizisten Vieth könnte es ab Herbst zum zweiten Prozess kommen.

Beginn im Herbst?

Zweiter Prozess um Augsburger Polizistenmord

Augsburg - Nach dem Mord an dem Augsburger Polizisten Vieth könnte es ab Herbst zum zweiten Prozess kommen.

Nach dem ersten Urteil wegen des Augsburger Polizistenmordes von 2011 wird es voraussichtlich doch noch einen zweiten Prozess geben. In einem neuen Gutachten werde der 61 Jahre alte Angeklagte trotz seiner Parkinsonerkrankung als verhandlungsfähig erklärt, bestätigte Rechtsanwalt Walter Rubach, der die Witwe und die Schwester des erschossenen Polizisten Mathias Vieth vertritt, am Samstag Medienberichte.

Das Landgericht Augsburg hatte Ende Februar den jüngeren Bruder des 61-Jährigen nach rund einjähriger Verhandlungsdauer bereits wegen Mordes zu lebenslanger Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Das Verfahren gegen den Älteren war im vergangenen Jahr wegen des schlechten Gesundheitszustands des Mannes zunächst geplatzt. Wie die „Augsburger Allgemeine“ und die „Süddeutsche Zeitung“ am Samstag übereinstimmend berichteten, könnte der neue Prozess im September starten. Bis dahin habe die Strafkammer andere Termine, sagte Rubach der Nachrichtenagentur dpa. „Es gibt aber noch keine konkrete Terminabsprache.“

Verfolgungsjagd im Herbst 2011

Die beiden Brüder sollen Vieth nach einer nächtlichen Verfolgungsjagd im Oktober 2011 in einem Wald förmlich hingerichtet haben. Der jüngere, 59 Jahre alte Bruder hatte bereits 1975 bei Augsburg einen Polizisten erschossen und dafür fast 20 Jahre im Gefängnis gesessen. Seine Verteidiger wollen gegen seine erneute Verurteilung mit einer Revision beim Bundesgerichtshof vorgehen.

Der ältere Bruder war auf Anweisung der Richter in die Psychiatrie in Haar bei München verlegt worden, damit dort die Verhandlungsfähigkeit des Angeklagten beurteilt wird. Dieses Gutachten liegt laut Rubach nun vor. Es sei „zwingend“, dass es zu dem zweiten Prozess kommt, sagte er. Der Verteidiger des 61-Jährigen hat gegen die Verlegung nach Haar und somit das Gesundheitsgutachten Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingelegt. Nebenklägervertreter Rubach glaubt aber nicht, dass Karlsruhe den neuen Prozess stoppen wird.

dpa

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