Zwischenbilanz im Allgäu: Bereits fünf tödliche Wintersportunfälle

Kempten - In den Allgäuer Bergen sind in der laufenden Saison bereits fünf Wintersportler tödlich verunglückt. Diese Zahl ist nach Angaben der Polizei in Kempten ungewöhnlich hoch. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres habe es im Allgäu nur einen tödlichen Wintersportunfall gegeben.

Die ungewöhnliche Häufung von Todesfällen in dieser Wintersaison sei auf eine erhöhte Risikobereitschaft zurückzuführen. "Die Leute gehen heute eher an ihre Grenzen als sie das früher gemacht haben", sagte ein Polizeisprecher am Montag. Zudem locke das gute Wetter in diesem Jahr überdurchschnittlich viele Wintersportler in die Berge.

Erst am Sonntag war ein Snowboardfahrer bei einem Unfall im Skigebiet Oberjoch im Oberallgäu ums Leben gekommen. Der 24-Jährige aus dem Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg war nach Polizeiangaben in einem von der regulären Piste abgesperrten Snowboard-Funpark über eine drei Meter hohe Schanze gesprungen. Da er sich mit dem Anlauf verschätzt hatte, landete er erst nach mehr als 20 Metern auf der Piste und schlug dabei hart auf. Beim Sturz zog er sich tödliche Verletzungen zu. Der Snowboarder trug zwar einen Rückenschutz, aber keinen Helm.

Ein vier Jahre altes Kind war vor einer Woche in Obermaiselstein im Oberallgäu tödlich verletzt worden. Der Bub aus dem Großraum Augsburg war zusammen mit seiner Mutter mit einem Schlitten einen eigens für das Rodeln präparierten Hang in der Nähe eines Kinderliftes hinuntergefahren und gegen einen Holzpfosten geprallt. Dabei wurde das Kind schwer verletzt, die 34-jährige Mutter leicht. Der Vierjährige wurde noch am Unfallort wiederbelebt, erlag aber im Krankenhaus seinen Verletzungen. Wie die Polizei mitteilte, gebe es zur Todesursache und zum Unfallhergang keine weiteren Erkenntnisse. Die Mutter sei noch nicht vernehmungsfähig.

Die 16-jährige Snowboarderin, die am Dreikönigstag bei einem schweren Skiunfall im Oberallgäu lebensgefährlich verletzt worden ist, liegt den Angaben zufolge noch im Krankenhaus. Aufgrund der Schwere ihrer Verletzungen müsse das künstliche Koma aufrechterhalten bleiben. Das Mädchen aus dem Alb-Donau-Kreis hatte sich beim Sturz auf einer unpräparierten Skiroute bei Gunzesried schwere Kopfverletzungen zugezogen. Beim Überfahren eines Fahrweges, der die Skiroute kreuzt, war sie über einen Absatz gestürzt. Die Verunglückte trug keinen Helm. 

dpa
 

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