Zwischenzeugnisse für rund 1,3 Millionen Schüler

München - Rund 1,3 Millionen Schüler in Bayern erhalten an diesem Freitag ihre Zwischenzeugnisse.

Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) appellierte am Dienstag an alle Eltern, im Falle schlechter Noten besonnen zu reagieren und ihren Kindern Unterstützung zu geben. “Unabhängig davon, wie das Zeugnis ausfällt, sollten sich Eltern als Begleiter für ihre Kinder sehen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen“, sagte Spaenle nach Angaben des Ministeriums.

An den Grundschulen gibt es lediglich für die Viertklässler kein Zwischenzeugnis. Denn sie haben bereits im Dezember eine Leistungsmitteilung bekommen und erhalten im Mai ihr Übertrittszeugnis. Zudem sind nach Angaben des Ministeriums mittlerweile in einigen Schulen die Zwischenzeugnisse durch mehrere Zwischenberichte zum Leistungsstand der Schüler ersetzt.

“Das Zeugnis dient Schülern und Eltern dazu, die Leistungen des ersten Halbjahres sachlich zu analysieren und gegebenenfalls notwendige Schritte für das zweite Halbjahr einzuleiten“, sagte Spaenle. “Dabei können sehr viele Kinder und Jugendliche zufrieden mit ihren Noten sein.“ Bei Schulschwierigkeiten sollten sich die Eltern zunächst an die jeweiligen Lehrer wenden. “Diese kennen die Kinder und ihre Begabungen sehr gut.“ Auch die staatlichen Schulberatungsstellen stünden den Eltern zur Verfügung.

Prominente Sitzenbleiber

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Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) nahm die Vergabe der Zwischenzeugnisse unterdessen zum Anlass, um Defizite im gegenwärtigen Schulsystem zu kritisieren und für eine neue Schule zu plädieren. “Die schulpolitischen Vorgaben in Bayern sind teilweise lern- und leistungshemmend, unpädagogisch und nicht zeitgemäß“, sagte BLLV-Präsident Klaus Wenzel laut Mitteilung. “Wenn Jahr für Jahr mehrere Tausend Schüler die Schule ohne Abschluss verlassen, wenn sie im Laufe ihrer Schulkarriere von “oben“ nach “unten“ durchgereicht werden und wenn Kinder wegen Schulstress und Versagensängsten krank werden oder ausbrennen, dann ist das bestehende Schulsystem nicht erfolgreich.“

“Wir brauchen eine neue Schule“, sagte Wenzel. “Künftig muss es ein gleichwertiges Schulangebot geben, das Kindern längeres gemeinsames Lernen ermöglicht und ihnen alle Wege offen lässt.“ Wenzel rief alle Eltern auf, sich gemeinsam mit dem BLLV für eine neue Schule einzusetzen: “Wir brauchen künftig Schulen, die Lust auf Lernen machen.“

dpa

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