Mord an Ehefrau - zwölf Jahre Haft

Kempten - Er wollte "alle auslöschen". Ein Rentner muss wegen Mord an seiner Ehefrau zwölf Jahre hinter Gitter. Sein heimtückischer Plan, seinen Sohn umzubringen, war gescheitert.

Wegen Mordes an seiner Ehefrau und versuchten Mordes an seinem Sohn ist ein Rentner aus dem Allgäu zu einer Gefängnisstrafe von zwölf Jahren verurteilt worden. Der Richter am Landgericht Kempten sah es am Dienstag als erwiesen an, dass der 74-Jährige im Juli 2009 seine 70 Jahre alte Ehefrau getötet und danach versucht hat, seinen 36-jährigen Sohn zu töten.

In beiden Fällen habe er heimtückisch gehandelt. Der Angeklagte hatte die Taten gestanden und als Motiv Geldsorgen angegeben. Nach einem psychiatrischen Gutachten litt der Beschuldigte zur Tatzeit an schweren Depressionen sowie an einer beginnenden Demenz und war dadurch vermindert schuldfähig.

"Schuldenberg"

Als “unsägliche, verbrecherische Tat“, bezeichnete der Richter das Geschehen. Es sei nur um rund 3000 Euro Schulden gegangen. “Da war überhaupt nichts Auswegloses vorhanden.“ Die Demenz und die Depressionen hätten bei dem Angeklagten zur Desorientierung bei der Beurteilung der finanziellen Situation geführt.

Die Ehefrau habe sterben müssen, weil der Angeklagte unfähig gewesen sei, angemessen zu handeln und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Der Rentner hatte vor Gericht von Selbstmordabsichten gesprochen, die er bereits in den Wochen vor der Tat hatte. Der immer größer werdende Schuldenberg und der Druck seines ältesten Sohnes, dem er monatlich die Miete für ein gemeinsam gebautes Doppelhaus überwies, hätten für ihn die Situation unerträglich gemacht.

Föhn in die Badewanne geworfen

Schließlich habe er entschieden, nicht nur sich selbst, sondern auch seine Ehefrau und den geistig zurückgebliebenen Sohn zu töten, der bei den Eltern im Haus lebte. “Ich habe finanziell nicht mehr ein und aus gewusst und wollte uns alle auslöschen.“

Unter einem Vorwand hatte der Rentner seine Frau in den Keller gelockt und sie dort zunächst mit einer Rohrzange von hinten niedergeschlagen. Als er sah, dass sie trotz der Schläge noch lebte, habe er sie erwürgt. Danach versuchte er, auch seinen jüngsten Sohn zu töten.

Er wartete, bis der 36-Jährige in der Badewanne lag und warf einen eingeschalteten Föhn in das Wasser. Ein Sicherungsschalter verhinderte den tödlichen Stromschlag, der Sohn überlebte unverletzt. Am darauffolgenden Tag hatte sich der Angeklagte telefonisch bei der Polizei gemeldet und die Taten gestanden.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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