Zwölfeinhalb Jahre Haft im Hammermord-Prozess

Schweinfurt/Sandberg - Während die arglose Frau schlief, schlug ihr Ehemann mindestens zehnmal mit einem Zimmermannhammer auf sie ein.

Für die äußerst brutale Tötung der 60-Jährigen hat das Landgericht Schweinfurt den Krankenpfleger am Donnerstag zu einer Freiheitsstrafe von zwölfeinhalb Jahren verurteilt.

Der 59-Jährige hatte im Prozess gestanden, im vergangenen November seine Ehefrau im gemeinsamen Haus in Sandberg (Landkreis Rhön-Grabfeld) umgebracht zu haben. Das Paar war 35 Jahre verheiratet. Völlig regungslos nahm der Mann das Urteil wegen Mordes entgegen.

Der Staatsanwalt hatte in seinem Plädoyer eine Haftstrafe von 13 Jahren gefordert. Die Verteidigung wollte eine Verurteilung ihres Mandanten zu 9 Jahren Haft wegen Totschlags. Ein Psychiater hatte dem Angeklagten eine verminderte Schuldfähigkeit bescheinigt, was auch die Kammer bei ihrer Entscheidung berücksichtigte und deshalb keine lebenslange Freiheitsstrafe verhängte.

Die Vorsitzende Richterin Elisabeth Ott sagte: "Alle Umstände sprechen gegen eine Tötung aus Mitleid mit ihrer Frau. Mitleid haben Sie allenfalls mit sich selbst gehabt." Der Angeklagte hatte behauptet, er habe seine Frau aus Liebe erschlagen, um sie von ihrer Krankheit zu erlösen. Das glaubte die Kammer nicht, weil es der 60-Jährigen zum Tatzeitpunkt gesundheitlich besserging.

Der Angeklagte hatte die Tat zu Prozessauftakt eingeräumt und stundenlang über das Leben mit der 60-Jährigen berichtet. Nachdem er seine kranke, menschlich schwierige Frau jahrelang zu Hause versorgt hatte, sei er am Ende gewesen. "Ich konnte nicht mehr", hatte der gebürtige Berliner zugegeben. Die 60-Jährige litt nach Aussagen eines Rechtsmediziners an Durchblutungsstörungen und hatte eine Herzschwäche. Stunden nach dem Verbrechen hatte der 59-Jährige die Polizei gerufen. Zuvor hatte er noch ausgiebig geduscht und eine Brotzeit gemacht.

dpa

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