350 000 Menschen beim Karneval der Kulturen in Berlin

- Berlin - Rund 350 000 Menschen haben mit einem Straßenumzug am Pfingstsonntag den Berliner Karneval der Kulturen gefeiert. In einer neunstündigen Parade zogen rund 4300 Teilnehmer aus 70 Nationen in bunten Kostümen und zu exotischer Musik durch Kreuzberg.

Sogar das Wetter spielte mit: Während es am Vormittag noch geregnet hatte, schien beim Umzug teilweise sogar die Sonne. Der 11. Karneval der Kulturen wird mit einem Straßenfest rund um den Blücherplatz noch bis Pfingstmontag gefeiert. Zu dem viertägigen Spektakel wurden insgesamt rund 1,5 Millionen Besucher erwartet.

"Hier sieht man: Integration findet tatsächlich statt, denn alle Nationen mischen sich miteinander", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), der als Zuschauer mit von der Partie war. Nur wenige Menschen in Deutschland seien intolerant. "Die Mehrheit darf sich das nicht gefallen lassen, sondern muss aufstehen und zeigen: Wir sind tolerant", sagte Wowereit.

Knappe Kostüme und schriller Kopfschmuck - beim Straßenumzug war erlaubt, was Spaß macht. "Das Fest soll den Zuschauern die Vielfalt Berlins zeigen und sie dabei unterhalten", sagte die Mitorganisatorin Nadja Mau. Daher drängten sich wie auch in den vergangenen Jahren viele Besucher auf den Fußwegen und Straßen vom Hermannplatz bis zur Gneisenaustraße. Auf und zwischen den 70 geschmückten Wagen sangen, trommelten und tanzten die Karnevalisten und führten kleine Kunststücke vor.

Wenige Tage vor dem Beginn der Weltmeisterschaft spielte Fußball beim Karneval der Kulturen ebenfalls eine große Rolle. Etwa 15 Gruppen widmeten sich mit ihren Kostümen und Aufführungen diesem Sport - einige Kinder liefen sogar kickend zwischen zwei tragbaren Toren hin und her und simulierten die Partie Italien gegen Brasilien.

Der Berliner Karneval der Kulturen reiht sich ein in die Tradition neuerer Karnevals in Europa wie dem Notting Hill Carnival in London und dem Rotterdamer Zomercarnaval. Er ist ein Fest der Begegnung, der Integration und Toleranz.

www.karnevalderkulturen.de

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