Anklage in Neuseeland

AC/DC-Drummer soll Auftragskiller bestellt haben

Wellington - Schwere Vorwürfe gegen Phil Rudd (60): Der Schlagzeuger der legendären australischen Hard-Rock-Band AC/DC soll einen Mann angeheuert haben, für ihn zwei Menschen umzubringen.

Nach Angaben der Polizei muss sich Phil Rudd wegen der Planung eines Mordes, Todesdrohungen und Drogenbesitzes verantworten. Laut den Gerichtsdokumenten soll der Schlagzeuger, der mit AC/DC Rock-Hymnen wie "Highway to Hell" und "Dirty Deeds Done Dirty Cheap" spielte, Ende September versucht haben, einen Auftragskiller für die Ermordung zweier Männer anzuheuern. Die Polizei bestätigte die Anklagepunkte. Wen der 60-Jährige angeblich umbringen lassen wollte und wen er beauftragt haben soll, sagten die Ankläger nicht.

Ermittler durchsuchten am Donnerstagmorgen Rudds Haus in der Stadt Tauranga auf der Nordinsel Neuseelands, wo er seit mehr als 30 Jahren lebt und das Restaurant Phil's Place betreibt. Dabei wurden illegale Drogen, nämlich Metamphetamine und Cannabis, entdeckt.

Nach seiner Festnahme wurde Rudd einem Richter vorgeführt. Bei dem kurzen Auftritt vor Gericht wirkte er müde und ungekämmt, er trug einen grauen Pullover und war barfuß. Sein Anwalt bat, den Medien den Zutritt zur Verhandlung zu versagen, doch lehnte der Richter dies ab.

Rudd äußerte sich bei dem Gerichtstermin nicht, hieß es nach Medienberichten. Er wurde gegen Kaution bis zum nächsten Gerichtstermin am 27. November auf freien Fuß gesetzt.

Paul Rudd: Genial, aber schwierig

Der Schlagzeuger gilt als ebenso geniales wie schwieriges Mitglied der Band, die von den Brüdern Malcolm und Angus Young gegründet worden war. Unter anderem wegen Drogeneskapaden überwarf er sich Anfang der 80er Jahre mit Bandchef Malcom Young. 1983 folgte der Rauswurf, nur drei Jahre nach Veröffentlichung von "Back in Black", einem der meistverkauften Alben überhaupt. 1994 kehrte Rudd zu AC/DC zurück und gehörte zur Formation, die 2003 in die Ruhmeshalle "Rock'n'Roll Hall of Fame" aufgenommen wurde.

Australische Medien berichteten am Donnerstag über Gerüchte, dass Rudd sich erneut mit seinen Band-Kollegen zerstritten habe: Die Rockgruppe habe nach dem Abgang von Malcolm im Oktober ein neues Band-Foto veröffentlicht - ohne den Schlagzeuger. Auf der offiziellen Webseite listet AC/DC Phil Rudd aber weiter als Schlagzeuger auf.

Rudds Festnahme ist der zweite schwere Schlag für die Band in wenigen Wochen. Erst im September hatten australische Medien berichtet, dass der 61-jährige Malcolm Young an Demenz leide und in ein Pflegeheim in Sydney eingeliefert worden sei.

dpa/afp

Rubriklistenbild: © dpa

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