Der Affe ist los

- Berlin - Peter Jackson hat sich seinen Lebenstraum erfüllt. Mit 9 Jahren sah er zum ersten Mal "King Kong und die weiße Frau" im Fernsehen und weinte bitterlich, als der Riesenaffe am Ende vom Empire State Building stürzte. Mit 12 Jahren drehte er mit der Super8-Kamera seiner Eltern den ersten eigenen "King Kong"-Film. Jetzt, mit 44 Jahren, steht der neuseeländische Regisseur auf dem roten Teppich vor dem Theater am Potsdamer Platz in Berlin und strahlt.

Knapp 2000 geladene Gäste sind am Mittwochabend zur Europapremiere seiner Neuverfilmung des Klassikers aus dem Jahr 1933 gekommen. ""King Kong" ist eines der größten mystischen Märchen", sagt Jackson. "Dieser Gorilla hat ein Herz und eine Seele."

Die Premierenzuschauer sind nach dem dreistündigen Affenfilm erschöpft und spenden viel freundlichen Applaus - für die von King Kong entführte Naomi Watts, Adrien Brody als verliebten und mutigen Schriftsteller, Thomas Kretschmann als zupackenden, rauhen Kapitän, Jack Black als skrupellosen Filmproduzenten und Andy Serkis, der dem Affen per Computeranimation seine Bewegungen und Mimik verlieh. "Gute Unterhaltung bedeutet, sich zwei oder drei Stunden in der Fantasie zu verlieren", sagt "Herr der Ringe"-Macher Jackson. Daran gemessen ist sein Konzept für die 207-Millionen-Dollar-Produktion fast aufgegangen.

Nach einem etwas zähen Beginn läuft der Affe zu Hochform auf. Auf der Flucht vor den Menschen und Tieren, die ihm seine neue, blonde Freundin wegnehmen wollen, wird er in unzählige Kämpfe verwickelt. King Kong kämpft gegen blutrünstige Dinosaurier und geifernde RiesenFledermäuse. Die Schiffsmannschaft muss sich auf ihrer Suche nach der entführten Ann gegen eklige Würmer, mannshohe Spinnen und blitzschnell angreifende Echsen wehren. Wie im Original von Merian C. Cooper und Ernest B. Schoedsack wird es am Ende etwas rührselig. Die Liebe zur weißen Frau kostet den Gorilla das Leben.

Jackson wiederum sagt, er habe zehn Jahre seines Lebens zwei Projekten geopfert: der "Herr der Ringe"-Trilogie und der Neuverfilmung von "King Kong". "Meine nächste Herausforderung ist es, auszuruhen", meint der Regisseur. "Ich werde die Batterien aufladen und viel Zeit mit der Familie verbringen. Im Moment denke ich nicht über neue Projekte nach." Rund 30 Kilo soll Jackson während der heißen Produktionsphase von "King Kong" in den vergangenen zwei Jahren abgespeckt haben. "Zwei Jahre mit extremem Stress helfen ungemein bei der Diät", meint er.

Seine Schauspieler sind des Lobes voll für Jacksons Arbeitsweise. "Ich war sehr nervös, als ich an Peter Jacksons Set ankam", bekennt Kretschmann. "Aber Peter hat den Druck von uns genommen. Es hat viel geholfen, dass wir so familiär aufgenommen wurden", sagt der Deutsche. "Für mich war die physische Belastung das Schwierigste drei Monate Drehen im Dschungel, rennen und springen wie ein Stuntman", erzählt Watts. Brody meint: "Der Film gab mir die Chance, in einer Welt zu leben, die ich sonst nie erleben könnte."

Bei aller Begeisterung für seine Neuschöpfung ist sich Jackson einer Tatsache immer bewusst: "Es gibt nichts auf der Welt, dass den Mythos des Originalfilms zerstören kann!" Vom nächsten Mittwoch (14.12.) an können sich die Kinozuschauer selbst ein Urteil über den neuen "King Kong" bilden.

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