Albert von Monaco denkt offenbar an Heirat

- Monaco - Nach dem öffentlichen Bekenntnis zu seinem illegitimen Sohn Alexandre will Fürst Albert II. von Monaco in seinem kleinen Reich am Mittelmeer reinen Tisch machen. Dabei denkt er offenbar auch an Heirat.

"Ich habe mir in einem etwas verlängerten Junggesellentum gefallen", sagte Albert dem wöchentlich erscheinenden Blatt "Le Monde 2". "Seien Sie versichert: ich werde heiraten!" Auch er "werde eine Familie gründen".

Doch vorher will Albert sein kleines Reich am Mittelmeer gründlich reformieren. "Ich will Moral, Ehrlichkeit und Ethik in den Mittelpunkt der Sorge meiner Regierung, meiner Ratgeber und aller Entscheidungsträger des Fürstentums stellen", sagte Albert wenige Tage vor seiner öffentlichen Inthronisierung. Vor allem der Ruf des Fürstentums als Hafen für Geldschieber und Steuerflüchtlinge stört ihn. "Ich werde mit aller Kraft dafür kämpfen, dass Monaco untadelig ist und für immer von der Gleichung Monaco gleich Geldwäsche fortkommt." Auch über das Bankgeheimnis werde er nachdenken: "Es darf kein Hindernis für unseren ethischen Anspruch sein."

Zur Runderneuerung des Fürstentums nach 56 Jahren uneingeschränkter Herrschaft seines Vaters Rainer III. verjüngt Albert den Mitarbeiterstab. "Ich habe für den 13. Juli den Rücktritt aller Palastmitarbeiter erbeten", sagte der 47-Jährige "Le Monde 2". Der Palast arbeite zu schwerfällig. Die Kommunikation sei unzureichend und kompliziert. Die neuen Mitarbeiter sollten aus seiner Generation kommen und sich anderen Kompetenzen und Visionen öffnen. Die aus vier Männern bestehende Regierung unter dem Vorsitz des ehemaligen Pariser Polizeipräfekten Jean-Paul Proust werde er "vorerst" nicht anrühren.

Wenige Tage nach dem Ende der Trauerzeit für Rainier III. will Albert am kommenden Dienstag mit den Monegassen seine Inthronisierung feiern. An diesem Samstag wird Albert von einer Reise zum Internationalen Olympischen Komitee nach Singapur in seinem Reich mit 32 000 Einwohnern zurückerwartet.

Am Mittwoch hatte Albert den fast zweijährigen Alexandre als seinen leiblichen, aber illegitimen Sohn anerkannt. Alexandre wurde am 24. August 2003 in Paris geboren. Er stammt aus einer fünfjährigen Beziehung Alberts mit der in Togo geborenen Flugbegleiterin Nicole Coste (33). Er kann Albert beerben, aber nicht sein Thronfolger werden. Die Verfassung Monacos schreibt den Katholizismus als Staatsreligion fest und erklärt, dass nur legitime Kinder aus einer katholisch getrauten Ehe den Thron besteigen können.

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