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Alexander Kluge beschäftigte sich in seinen Filmen viel mit der deutschen Geschichte. Foto: Peter Kneffel/Archiv

Alexander Kluge mit Heine-Preis 2014 ausgezeichnet

Düsseldorf (dpa) - Der Filmemacher und Schriftsteller Alexander Kluge (82) ist mit dem Heine-Preis 2014 der Stadt Düsseldorf ausgezeichnet worden.

Im Düsseldorfer Schauspielhaus überreichte Oberbürgermeister Thomas Geisel am Samstag die mit 50 000 Euro dotierte Auszeichnung. Der Künstler Anselm Kiefer hielt die Laudatio. In ihrer Begründung hatte die Preisjury Kluge als wichtigen Vertreter der kritischen Theorie gewürdigt. Mit seinen Werken schaffe er es, Betrachter und Leser in ein Zwiegespräch mit Gesellschaft, Geschichte und Gegenwart zu führen.

In seiner Laudatio sagte Kiefer laut Redemanuskript, die Werke Kluges hätten ihn seit Jahrzehnten begleitet: "Ich kann sagen, dass mein Begriff von Kunst (...) von Ihnen mitgeprägt wurde." Kluge vereine die verschiedensten Kunstströmungen des 20. Jahrhunderts in seinen Werken auf wunderbare Weise, sagte der Maler.

Kluge, der Geschichte, Kirchenmusik und Jura studiert hatte, begann 1969, Filme zu drehen. Mit anderen Filmemachern initiierte er 1962 das "Oberhausener Manifest", eine Protestschrift gegen harmlose Unterhaltungs- und Heimatfilme der damaligen Zeit. In seinen Büchern setzt sich der vielfach ausgezeichnete Kluge mit politischen, historischen und philosophischen Fragen auseinander.

Die Jury lobte die Werke des in München lebendes Preisträgers, weil sie an das poetische, publizistische und politische Schaffen Heinrich Heines (1797-1856) anknüpften. Der Heine-Preis zählt zu den wichtigsten Kultur- und Literaturpreisen in Deutschland. Er wird alle zwei Jahre verliehen und am Geburtstag des Dichters Heinrich Heine überreicht.

Bisherige Preisträger sind etwa Marion Gräfin Dönhoff, Max Frisch, Richard von Weizsäcker und Jürgen Habermas.

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