Alexander ist der "Superstar"

- Köln - Vom Nobody zum "Superstar": In nur wenigen Wochen hat RTL aus dem 19-jährigen Schüler Alexander Klaws Deutschlands ersten "Superstar" gemacht. Die Fernsehzuschauer wählten Alexander in der Nacht zum Sonntag zum Sieger der Talentshow "Deutschland sucht den Superstar". Jetzt wird der Fan von Borussia Dortmund mit einem Plattenvertrag ausgestattet, erhält 250 000 Euro Vorschuss auf seine zu erwartenden CD-Umsätze und lässt sich schon als Deutschlands Antwort auf Robbie Williams feiern, der sein großes Vorbild ist.

<P>Der Sänger aus dem westfälischen Örtchen Sendenhorst setzte sich mit 70,1 Prozent der Telefonstimmen im Finale in Köln gegen die 22- jährige Juliette Schoppmann aus Hamburg durch. Ausschlaggebend für seinen Sieg waren nicht seine besseren musikalischen Fähigkeiten, sondern vermutlich die vielen weiblichen Fans, die für Alexander anriefen. Seine Kontrahentin Juliette hat bereits eine Gesangsausbildung abgeschlossen und war ihm während des Wettbewerbs "technisch" überlegen. Doch sie räumte nach der Abstimmung neidlos ein: "Es war genau die richtige Entscheidung - er wird unser Land repräsentieren." Alexander feierte seinen Sieg auf der Party im Kölner Coloneum bis in die frühen Morgenstunden zumeist auf der Tanzfläche.</P><P>Neben Alexander sind aus dem Castingwettbewerb, zu dem ursprünglich 10 000 Kandidaten angetreten waren, noch drei weitere Gewinner hervorgegangen: Der Sender RTL feierte mit den Samstagabendshows, die zunächst nur auf eine Stunde festgesetzt waren, aber jedes Mal auf eineinhalb bis zwei Stunden ausgedehnt wurden, einen nicht geahnten Quotenerfolg. Seit Januar schauten regelmäßig mehr als 10 Millionen Zuschauer zu, beim Finale sogar 12,84 Millionen (Marktanteil: 40,1 Prozent), in der Entscheidungsshow nach Mitternacht immer noch 10,54 Millionen (61,8 Prozent). "Wir haben uns viel versprochen von der Show, aber solch einen Erfolg hätten wir doch nicht erwartet", sagte RTL-Geschäftsführer Gerhard Zeiler.</P><P>Noch vor drei, vier Jahren hätte keiner einen Pfifferling auf eine neue Samstagabendshow gegeben, sagte Zeiler. Heute sehe die Lage anders aus. Im Herbst werde die Sendung neu aufgelegt - das Format bleibe gleich. Über die Zukunft des Moderationsteams Michelle Hunziker und Carsten Spengemann wollte Zeiler keine Angaben machen. Finanziell dürfte sich das Experiment gelohnt haben. Allein beim Finale packte RTL drei volle Werbepausen mit insgesamt 18 Minuten Länge in die Show - eine Bruttoeinnahme von rund 2,3 Millionen Euro bei einem 30-Sekunden-Preis von 64 000 Euro. Für RTL ein positives Signal in Zeiten von Wirtschaftskrise und Werbeflaute. Der Sender ist auch an der Vermarktung der Tonträger beteiligt, die jetzt nach und nach auf den Markt kommen.</P><P>Auch die Plattenfirma BMG profitiert vom RTL-Castingwettbewerb, und natürlich Jurymitglied und Produzent Dieter Bohlen, der mit dem Titel "Take Me Tonight" auch im Finale einen neuen Song präsentierte, der sich in den nächsten Tagen wohl einige hunderttausend Mal verkaufen dürfte. "Ich frage mich nur, wo er diesmal nur geklaut hat", witzelte Jury-Kollege Thomas Bug anschließend. Der neue Titel musste von beiden Finalteilnehmern gesungen werden. Auf den Leib geschrieben war er auf jeden Fall Alexander - ein möglicher Grund für seinen Finalsieg. Zuvor hatte der junge Mann das Publikum mit den beiden Titeln "She's The One" und "Maniac" auf seine Seite gebracht. Jury-Mitglied Thomas M. Stein, Deutschland-Geschäftsführer von BMG, bescheinigte ihm eine "professionelle Entwicklung". Er habe an diesem Tag einen "großen Schritt nach vorne" gemacht.</P><P>Auf Alexander warten jetzt harte Zeiten: Er wird durch Fernsehtalkshows gescheucht, muss Promotion-Auftritte absolvieren und wird manchmal auch singen. An den Umsätzen seiner Platten wird er mit zumindest zehn Prozent, bei höheren Verkaufszahlen mit mehr Prozentpunkten, beteiligt. Sollte es zu einem weltweiten oder zumindest europaweiten Wettbewerb der nationalen "Superstars" kommen, bleibt seine Gage laut Vertrag mit 2000 Euro aber eher dürftig.</P>

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