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Nadja Benaissa, Sängerin der Band "No Angels", sitzt am Mittwoch (25.08.2010) in einem Verhandlungssaal des Landgerichts in Darmstadt auf der Anklagebank. Neben ihr Rechtsanwalt Oliver Wallasch.

Gutachter bringt Gewissheit im Benaissa-Prozess

Darmstadt - Im Prozess gegen No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa legt ein Virologe dar, warum an der Schuld des Stars praktisch kein Zweifel bleibt. Ihre Reaktion:

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Gutachter: Benaissa hat Sex-Partner angesteckt

Der entscheidende Satz fällt am Schluss: “Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist festzustellen, dass Frau Benaissa die Quelle für die Infektion war.“ Mit dieser Aussage zu seinem Gutachten lässt der Virologe Josef Eberle von der Ludwig- Maximilians-Universität München am Mittwoch im Prozess gegen die No- Angels-Sängerin Nadja Benaissa aufhorchen. Eine gute Stunde legt der 53-Jährige vor dem Amtsgericht Darmstadt dar, warum am Hauptvorwurf gegen die 28-Jährige praktisch nicht zu rütteln sei. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, trotz einer ihr bekannten HIV- Infektion Sex ohne Kondom gehabt zu haben. Ein Mann steckte sich an.

Staatsanwaltschaft, Verteidigung und der Anwalt des infizierten Mannes als Nebenkläger plädieren wenige Stunden später für eine Bewährungsstrafe. Benaissa habe schließlich umfangreich gestanden und deutlich Reue gezeigt, sagt Verteidiger Oliver Wallasch. “Sie hat sich nicht hinter dem Rücken ihres Anwalts versteckt.“

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Graue Tunika, schwarze Hose, Haare nach hinten zusammengebunden. An diesem vierten Prozesstag ist Benaissa anzumerken, dass die große Anspannung vom Prozessbeginn am Montag vergangener Woche von ihr abgefallen ist. Zeitweise sitzt sie kerzengerade da. Mal stützt sie ihr Kinn auf ihre Fäuste, mal wippt sie mit den Beinen.

Die Möglichkeit eines Schlusswortes am Ende der Plädoyers ergreift die Sängerin ohne Zögern. “Ich kann mich nicht entschuldigen“, sagt sie mit fester Stimme. “Für das, was ich getan habe, gibt es keine Entschuldigung.“ Mit dem Mann, der sich laut Gutachten bei ihr angesteckt hat, will sie noch einmal ein Gespräch suchen - “an einem neutralen Ort“, wie sie sagt. Der Anwalt des 34-Jährigen möge das seinem Mandanten bitte ausrichten.

Zufall kann "mit absoluter Sicherheit" ausgeschlossen werden

Gutachter Eberle weiß, dass Analysen über HIV-Ansteckungen in der Fachwelt kritisch gesehen werden. Ein Virus verändere sich mit der Zeit, eine Ansteckung sei daher nicht genau beweisbar. Die Proben von Benaissa und ihrem Sex-Partner seien “im Bestzustand“ gewesen, führt der Experte aus. “Sie wurden von einem Polizeikurier persönlich überreicht.“

Staatsanwalt Peter Liesenfeld, Verteidiger Wallasch und Nebenkläger-Anwalt Hans-Dieter Henkel: Alle halten das Gutachten für überzeugend. “Es ist ein außergewöhnlicher Umstand, dass die Viren so wenig mutiert sind“, sagt Liesenfeld später in seinem Plädoyer.

Gutachter Eberle sagt, Benaissa trage “einen relativ seltenen“ Virus in sich, der ursprünglich aus Afrika stamme. Und beim Vergleich mit den Daten des infizierten Mannes habe sich “ein eindeutiges genetisches Cluster der Viren ergeben“. Fast habe es ausgesehen, als stammten beide Proben von ein und derselben Person. Zufall? “Das ist mit absoluter Sicherheit auszuschließen.“

dpa

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